Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

Aus dem Egerer Stadtarchive. 65 Heinrich zu Konstanz, Peter zu Augsburg, Johannes zu Freisingen, Leonhard zu Passau und Friedrich zu Basel, ferner den Pfalzgrafen Heinrich und Friedrich bei Rhein, den Herzogen Albrecht und Siegmund von Österreich und Bernhard zu Jüllich und Berg, dem Erbmarschall Heinrich zu Pappenheim und den Städten Köln, Mainz, Straßburg, Worms, Speier, Regensburg, Konstanz, Basel, Aachen, Frankfurt, Kolmar, Schietstadt, St. Gallen, Überlingen, Lindau, Hagenau, Weißenburg und Eger bekannt, daß er zur Behebung der Fehden und Kriege im Reiche den Erzbischof Friedrich von Salzburg, den Bischof Sylvester zu Chiemsee, den Pfalzgraf Albrecht bei Rhein, Hans Neitperg und Meister Ulrich Riederer, letztere beider Rechte Lizentiaten, seine Räte, als Kommissarien und Machtboten bestellt und nach besonderen Kom­missionsbriefen, die er ihnen gegeben, beauftragt habe, mit den strei­tenden Parteien zu tagen und fordert all die Genannten auf, auf diesen Tagen über Aufforderung der Kommissarien unter königlichem Geleite sich einzufinden. Fol. 47 b bis 48 a. 35. 1450, Dezember 26 (sanndt Stephans tage in weynnacht feyer- tagen anno etc. 50), Wiener-Neustadt. — Derselbe bekennt, daß er zur Entscheidung der Kriege, Fehden und Feindschaften zwischen dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg und Burggrafen von Nürnberg einerseits und der Stadt Nürnberg, des Edlen Konrad, Herrn zu Heideck, und allen ihren Helfern anderseits, ferner der Streitigkeiten zwischen Erzbischof Dietrich von Mainz, seinem Neffen und des Reichs Erzkanzler, und Grafen Ulrich zu Würtem- berg einerseits, und den Reichsstädten anderseits, seine Räte, und zwar: (die oben Genannten) zu Kommissarien und Machtboten bestellt habe, und sichert allen, welche zu den Yerhandlungstagen einberufen werden, ein sicheres Geleite zu. Mit seinem Siegel. Fol. 34 b bis 35 a. 36. C. 1450. — Die Bischöfe Anton zu Bamberg und Johann zu Würzburg, die Herzoge Siegmund, Friedrich, Heinrich und Wilhelm von Sachsen, Markgraf Friedrich von Brandenburg und dessen Söhne Johann und Albrecht schließen behufs Hintan­haltung von »manicberley newkeit und widerwertigkeit, rawberey, schnit- terey, beschedigung und sulchen unordenlichen wilden leufften« einen gemeinen Landfrieden, treffen darin Bestimmungen wegen Verfolgung und Bestrafung der Übeltäter, auch wegen jener Knechte, die wohl eigene Pferde haben, aber keinem Herrn untertan sind, und verfügen, daß dieser Friede, welcher ihren sonstigen Bündnissen nicht abträglich sein soll, von ihren jetzigen und künftigen Amtleuten beschworen und in allen ihren Landen kundgemacht werden soll. Mitteilungen des k. k. Archivrates. II. 5

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