Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

Aus dem Egerer Stadtarchive. 61 Stände erfolgt, und daß auch der Vertreter der Gegenpartei in Böhmen, der Pole Sudiwoj von Ostrorog, ein Ausländer sei. Ohne Datum. Fol. 75 a bis 84 a. — Gedruckt, bei Anton, Diplom. Beiträge zu den Geschichten und zu deutschen Rechten (1777), S. 59 bis 86, nach einer Kopie im Görlitzer Ratsareh. und in den Deutschen Reichstagsakten, XIII, S. 749 ff. — Erwähnt bei Palacky, 8. Buch, 6. Kap., S. 324, Fußnote 293, und bei Dr. Wostry, S. 85, 86. 26. 1439, November 13 (freitag nach sanndt Mértéin tag 1439), Perchtoldsdorf. — Friedrich, Herzog von Österreich, gelobt, die am Martini-Landtage zu Wien von den Bischöfen Nikodem von Freising und Leonhard von Passau und anderen Prälaten, Grafen usw. an der Hand des von Ungarn eingelangten Testaments des röm. Königs Albrecht (gest. 27. Okt. 1439) und der von den Herzogen Leupold, Ernst und Siegmund errichteten Hausverträge gefaßten Beschlüsse unverbrüchlich zu halten. Diese Beschlüsse enthalten genaue Bestimmungen für die Erbfolge und das Regiment im Lande Österreich für jeden Fall, als die Königin-Witwe einen Sohn oder eine Tochter gebären sollte; auch für Böhmen, das für die Dauer der Schwangerschaft mit einem Verweser besetzt werden soll. Siegler: die Herzoge und Gebrüder Fried­rich und Albrecht. Mitsiegler: Johann, Bischof zu Gurk, Ulrich von Stubenberg, Hans von Stubenberg, Hauptmann in Steyer, und Jorg Heberstand, Pfleger zu Stuckenstein. Fol. 35 b bis 37 b. 27. 1440, Dezember 10 (sonabent nach Marie concepcionis 1440), Marczuane. — Friedrich und Wilhelm, Gebrüder, des Reiches Erz- marschälle und Herzoge von Sachsen, und Friedrich, des Reiches Erzkämmerer, und Markgraf zu Brandenburg bekennen, daß zur Behebung von Fehde, Zwietracht und Unwillen, so zwischen ihnen und auch zwischen den Inwohnern ihrer Länder entstanden ist, heute zu Marzuane von ihren Räten vereinbart wurde: Markgraf Friedrich hätte sich zunächst der Zustimmung seiner Brüder Johannes und Albrecht wegen Annahme eines bis nächsten Lichtmeßtag (2. Feb. 1441) reichenden Friedens zu versichern, der, wenn nicht angenommen, doch in ihren Landen gelten solle; innerhalb dieser Zeit, und zwar am Drei­königsabend (5. Jänner), wollten sie zu einen Tag in Bamberg Zusammen­kommen, dahin auch Siegmund, Bischof von Würzburg und Herzog von Sachsen und Landgraf Ludwig von Hessen geladen werden soll; jene 19.000 fl., die der Bischof von Halberstadt, Quedlinburg und Aschersleben (Burkhard III. von Warburg) den Herzogen von Sachsen schuldig sei, sollen bis Lichtmeß ungemahnt und die bisher gewonnenen Güter und Schlösser unbekümmert bleiben; in diesen Frieden wären einzubeziehen, und zwar von Seite Sachsens: die Bischöfe Johann von Merseburg und Peter von Naumburg und das Domkapitel zu Würzburg, von Seite Brandenburgs: Bischof Siegmund von Würzburg, die Markgrafen Johann

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