Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

Aus dem Egerer Stadtarchive. 59 21. 1436, März 4 (am suntag Eeminiscere 1436), Weimar. — Landgraf Friedrich von Thüringen bekennt, sein Schloß und Städt­chen Mühltroff (»Mulndorff«) mit allen Dorfschaften und Zugehörungen, wie das alles die Ritter Ulrich und Nickel Sack, Gebrüder, schon viele Jahre pfandweise im Besitze hatten, nunmehr mit Rat und Zu­stimmung seiner Vettern Friedrich, Siegmund und Wilhelm, Gebrüdern, Herzog von Sachsen, den genannten Brüdern Sack unter Vorbehalt der Ritterlehen verkauft, dieselben damit belieben und die Bürger der Stadt, wie die Mannen der Dörfer an die neuen Lehensherren gewiesen zu haben, jedoch so, daß das Schloß ihm (Landgraf Friedrich), allen seinen Vettern und Erben stets ein offenes Haus sein soll. Siegler: Landgraf Friedrich. Zeugen: »der edel er Bod, Grave und herre zu Stalberg, unnser hofmeister, er Busse vitzthum, er Fridrich von Hopffgarten und er Fridrich von Witzleiben, Ritter, Bernd von der Assinburg, Heinrich von Hußen, unnser Obermarschalk, er Thomas von Bottilstet, unnser Oberschreiber, und ander glaubwirdige leute genug.« Fol. 84 b bis 85a. — C. von Raab, Regesten zur Orts- u. Familiengesch. des Vogtlandes, Bd. I, Plauen i. V. 1893, Nr. 347, S. 77. (Ohne Angabe der Zeugen.) 22. (1487, Dezember 26.) — Kaspar Schlick in Begleitung der Räte Herzog Albrechts von Österreich wirbt beim Prager Landtage für Albrecht als Nachfolger K. Siegmunds. »Das ist die Werbung, die herr Caspar itzund allhie zu Präge an die sampnung des ganczen konigreichs in Behemischer sprach mit gar zirlichen Worten hat« (getan) »von wegen unsers herrn, des keysers, seliger gedechtnuß.« Nach einer Einleitung, in welcher Schlick den Versammelten mitteilt, daß er noch bei Lebzeiten Siegmunds (gest. kurz vorher, 9. Dez.) von diesem beauf­tragt worden sei, sein »memorial und Werbung« zu überbringen, »ward die credencz gelesen, und darauff redt her Caspar, als hernach geschriben steet«. Mit nachdrücklicher Beredsamkeit und unter Hinweis auf die goldene Bulle, die »clerlich inheldet, das die Tochter gleich erbet als der sone« empfiehlt dann Schlick den genannten Herzog (der Siegmunds einzige Tochter Elisabeth zur Frau hatte) zum Nachfolger Siegmunds. Ohne Datum. Fol. 69a bis 71a. — Archiv éesky, VI, S. 445 bis 447 (tschechisch). — Dr. Wostry, König Albrecht II., Prag 1906, Beilage Nr. 5, S. 151. 23. 1438. — Markgraf Johann von Brandenburg bekennt, der Frau Magdalene, des sei. Jancko Malersicks Witwe, unter Vorbehalt des Wiederkaufsrechtes seine sieben Dörfer, »mit namen Ahernberek, Albrantz, Jesen, Olßnitz, Twerenbach, Mierhoff und Lebersrewt«, sämtlich im Münchberger Gerichte gelegen, um 3026 fl. etc. verkauft zu haben. Ausgenommen vom Verkauf seien die Gerichtsfälle, die Hals und Hand betreffen, auch behalte er sich die

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