Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

Aus dem Egerer Stadtarchive. 55 zu Bamberg und Gerhard zu Würzburg, die Pfalzgrafen Stefan und Friedrich bei ßh., die Bischöfe Johannes zu ßegensburg und Otto zu Augsburg, Markgraf Wilhelm d. J. zu Meißen, Landgraf Hermann zu Hessen, Burggraf Friedrich zu Nürnberg, Graf Eberhart zu Würtemberg, Graf Friedrich von Öttingen, Graf Albrecht zu Leuchtemberg, Friedrich von Heydeck und die Bürger und Räte der Städte ßegensburg, Nürn­berg und Weißenburg errichten und geloben am Reichstage zu Eger »zu nutz, fride und gemach« des Reiches einen Landfrieden auf sechs Jahre. Dieser Landfriede enthält in 46 Absätzen Bestimmungen über das Schiedsgericht, das aus je vier Vertretern der Fürsten und der Städte und einem vom Könige bestimmten Obmann bestehen und in den nächsten 14 Tagen über alle wichtigen Dinge, die aufgezählt werden, in einer der Städte: Würzburg, Neustadt, Bamberg oder Nürnberg beraten und Sonntag in der Goldfasten eben wieder in einer dieser Städte über ein­gelaufene Klagen entscheiden soll. Dieser Landfriede habe zu gelten am Rhein, in Schwaben, Franken, Thüringen, Hessen und in Meißen. Wer dem Frieden nicht beitrete, sei von den Segnungen desselben ausge­schlossen. Bündnisse der gemeinen Städte werden aufgehoben und fürder­hin nicht mehr geduldet. Dieser Landfriede sei von allen Amtleuten, Mannen usw. jener Herren, die im Landfrieden sitzen, binnen zwei Monaten zu beschwören. Fol. 2 a bis 6 a. — Keichstagsakten, II, 52 ff., 152 ff. — Erwähnt bei Pelzei, Geseh. Böhmens, S. 209. — Palack^, Gesell, v. B., VI. Beli., Kap. I, S. 52 bis 55. — Lindner, Gesell. Wenzels II. (IV.), II, 57 ff. — Gradl, Geseh. d. Egeri., S. 268, 269, und Bachmann, Geseh. B., I, S. 864. 3. 1412, März 15 (des nechsten dinstags nach dem Sonntag .... Letare anno 12), Prag. — Wenzel, röm. König etc., gelobt die von Albrecht von Kolowrat, Burggrafen von Elbogen, für Stadt und Land Elbogen, Jankó zu Hertenberg und Hans Forster, Pfleger zu Eger, für die Schlösser Hertenberg und Neudeck und die Stadt und das Land Eger »um des landes friedes und gemachs wegen« mit Johann und Ludwig, Pfalzgrafen bei Rhein und Herzogen in Bayern, Friedrich und Wilhelm, Gebrüder, Landgrafen von Thüringen und Markgrafen zu Meißen, Johannes, Burggrafen zu Nürn­berg, Heinrich und Günther, Grafen zu Schwarzburg-Sondershausen, Konrad, Abt zu Waldsassen, Mechthild, Landgräfin zu Leuchtemberg, Tobias Waldauer, Heimeran Nothaft und Hans Parsberger, für deren Lande und Gebiete, geschlossene »eynung ganez und unveruckt zu halden und zw volfuren«, und gebietet seinen Amtleuten, Pflegern usw. diese Einung zu beschwören und sich darnach zu halten. Fol. 9 a. — Erwähnt bei Gradl, a. a. 0., S. 314. 4. (1412), März 15 (dinstag nach dem suntag Letare), Prag. — Wenzel, röm. König etc., gibt dem Bürgermeister, dem Rat und der

Next

/
Thumbnails
Contents