Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)
Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive
Aus dem Egerer Stadtarchive. 35 liege mit seinem Heere vor Kladrau; sie bitten um Geld und Lebensmittel, namentlich Fastenspeise, für ihre 1500 Mann.') Orig, auf Pap. m. S. als Versohl., Fasz. 1. — Palack}!, I, Nr. 61, S. 61. — Gradl, S. 342. — Das Ausgabsbueh 1421/22 berichtet auch von zahlreichen Auslagen über gelieferte »tunen hering«, »tunen fisch in die raiß«, für die Söldner und Pferde, »für seheden«, »eysenhuet«, »kappen«, »huffeysen«, »gollir«, »plech hantsehuch« u. a. 5. (1421), Feb. 6 (am donerstag vor Invocavit), im Feld vor Kladrau. — Niklas Gumerauer und »die andern hawplewt« (von Eger) berichten dem Egerer Eat bereits von Kladrau aus, daß sie der König am Aschermittwoch im Lager besucht, verschiedenes, was sich nicht schreiben lasse, besprochen, ihnen für ihre Opferwilligkeit, die er nie vergessen werde, gedankt und ihnen jede Gnade, die für die Stadt nützlich wäre, zugesichert hätte; sie bitten deshalb um eine Instruktion, welche Gnade sie vom Könige erbitten sollten und machen dabei auch Vorschläge wegen der Klosteuer, wegen der Pflege und wegen des Salzes. Orig, auf Pap. in. S. als Verschl., Fasz. 1. — Palack^, I, Nr. 62, S. 61, 62. — Gradl, S. 342. 6. 1421, Juni 7 (sabbato post Bonifacli anno etc. 21). — Der Eat zu Tachau berichtet den Egerern über die Zuständigkeit eines gewissen Spinier und läßt sie dabei auch wissen, daß die »Hussen und kcheczer« jetzt mit Macht liegen vor »Eoben« (Eaby) und der »Szysku« sei bei ihnen und man erwarte sie alle Tage in Tauß; wo sie noch hin wollten, wüßten sie nicht. Orig, auf Pap. m. S. als Verschl., Fasz. 1. — (Nicht bei Palack^.) 7. 1421, Okt. 18 (an sant Lucas tag), Brumow. — König Siegmund verlangt von den Egerern unverzüglich Nachrichten, warum die Kurfürsten das Feld in Böhmen geräumt hätten, was er nicht gerne hörte, da er doch mit seinem Heere zu ihnen stoßen wollte, und gibt ihnen bekannt, daß er vor etlichen Wochen seine Macht von Ungarn, »nemlich den Pipo mit andern ungrischen herren und den bischof von Olomuncz« hier zu Olmütz gehabt habe, daß er morgen gegen Mähren rücke und sich alsdann gegen seine Feinde in Böhmen wenden wolle; die Egerer wollen nicht erschrecken, selbst wenn die Kurfürsten abgezogen wären, so erwarte er noch Zuzüge vom Herzoge von Österreich, seinem Sohne, und von den schlesischen Fürsten und hoffe sodann, den Feinden gewachsen zu sein. Orig, auf Pap. m. S. als Verschl., Fasz. 1. — Palack^, I, Nr. 151, S. 162, 163. — Fr. v. Bezold, I, S. 144, 145. — Regest bei Altmann, die Urk. Kaiser Siegmunds, Nr. 4654, S. 328. — Gradl, S. 345. — Das Reiehsheer stand im Sept. 1421 vor Saaz, 1 1) Nach einem Verzeichnisse über die der Stadt Eger während der Hussitenkriege erwachsenen Auslagen vom August 1437 hat Eger, »da man vor Cladrau gelegen, zu roß und zu fueß geschieket 2000 Mann«. Es dürften also zu den obigen 1500 Mann noch 500 nachgesehiekt worden sein. 3*