Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)
Kleinere Mitteilungen - Prof. Georg Schmidt: Au westböhmischen Archiven. Zweiter Bericht
318 Kleinere Mitteilungen. (nach dem Muster des Bischofteinitzer Schusterhandwerks vom 9. Juni 1515 [w sobotu po slawnosti tiela Boziho]). Zeuge: Johann Widersperger von Widersperg auf Muttersdorf und Schwanenbrtickl. Or. Perg., tschechisch, 2 S. Ferner: Weglaßbriefe für den Schneider Johann Ssnolcz 1608; für einen Gärtner aus Großbocken 1720; für zwei Bäcker aus Ohotieschau, bzw. Einsiedl 1734, bzw. 1761; für den Mälzer Thomas Wagner 1708. — Entlassung des Zimmermanns Hans Garyß zum Kleinsichdichfür aus der Leibeigenschaft 1623. — Heiratsbewilligung für den Schlossergesellen Matthes Gmoch 1630. — Geburtsbriefe für den Schwarzfärber Simon Hilliczer aus Viechtach 1635; für den Büttner Erhard Puchta, ausgestellt vom Markt Leuten (Markleuten) im Sechsämtergebiet Wun- siedl 1637; für den Fleischhauer Johann Perentheisel aus Schlaggenwald 1650. — Zunftzeugnis für den Fleischhauergesellen Georg Thoma 1791. — Hebammenzeugnis der mediz. Fakultät Prag für Margareta Panaglie 1812. 1735, September 26, Muttersdorfer Zechenhaus. Mutungsgesuch des Bergmeisters Georg Friedrich Dörfl (im Namen des Exzell. Franz Karl Grafen von Pötting) auf dem dem Stadtrichter Johann Georg Küßl gehörigen Grund unweit der Muttersdorfer Grenze unter dem Namen Sanct Wenceslai-Fundgrube auf Kupfer und allerlei Metalle und Mineralien. Or. Pap., deutsch, Siegel (mit Umschrift: Muttersdorfer Berg-Sigill). d) Weglaß- und Geburtsbriefe. Der älteste Weglaßbrief, ausgestellt von Georg Graf von Gutten- stein, datiert von 1598. Aus der Folgezeit ist eine überaus große Zahl solcher Briefe vorhanden, von denen die meisten im 17. und 18. Jahrhundert von den Grafen von Trauttmansdorff (seit 1656 Besitzern der Herrschaft Hostau) für Untertanen in der Stadt Hostau und in verschiedenen Dörfern, einzelne auch von fremden Städten (Winterberg 1694, Oschitz am Jeschken 1711 u. a.) und Herrschaften (Buquoy in Bosenberg 1694, Harrach in Tachau 1715, Zucker in Eisendorf 1729, Haimhausen in Dürrmaul 1730, Königsfeld in Bonsperg 1736, Hartig in Beichenberg 1742 u. v. a.) ausgestellt wurden. — Außerdem erliegt im Archiv die Erteilung einer natalitium restitutio durch Kaiser Karl VI. für Peter Woll- raub aus Hostau wegen unehelicher Geburt vön 1720, November 20. B. Dehanalarcliiv. Die Matriken beginnen mit dem Jahre 1656; Fundationsbuch 1634 mit Urkundeneinlagen; ein Buch mit Urkundenabschriften; ein altes Inventar über den Kirchenbesitz.