Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)

Literatur und Notizen

314 Bibliographie. kennen und in den Bibliotheken neben den gedruckten Büchern vielfach Archivalien auf be wahren, bot Veranlassung zu einer instruktiven Debatte über den Beruf dieser Institute. Den vorzüglichsten Anziehungspunkt bildete die historische Jahr­hundert-Ausstellung. Die Tage der Erhebung und Befreiung Deutsch­lands, die mit der Geschichte Breslaus aufs innigste verknüpft sind, waren Anlaß für diese großangelegte historische Schaustellung, die in ihrer Art nicht mehr so leicht ihresgleichen finden wird. In einem Eisenbetonbau, dessen Flügel von 90 m Länge einen Empirgarten umrahmen und in der Mitte von je einer Kuppel gekrönt sind, war diese großzügige Ausstellung feuer­sicher untergebracht. Durch die Verbindung mit einer Gartenbau-Ausstellung, die für den Besucher nicht so leicht das Gefühl der Ermüdung aufkommeu ließ und durch die nicht übermäßige Häufung der ausgestellten Gegenstände kam die historische Abteilung zur vollen Geltung. Daß die Schriftdenkmäler nicht eine eigene Gruppe bildeten, sondern in einzelnen, den leitenden Per­sönlichkeiten und den beteiligten Ländern gewidmeten Pavillons unter die anderen künstlerischen oder militärischen Schaustücke geschickt eingeordnet waren, verdient für alle Kollegen Beachtung, die selbst vor ähnliche Auf­gaben gestellt werden sollten. Sehr gut war auch der ruhmvolle Anteil Öster­reichs an den Befreiungskriegen zur Darstellung gebracht, die zum Teil an unsere Erzherzog Karl-Ausstellung in Wien erinnerte. Der einheitliche Ge­samteindruck, den die eng begrenzte Zeitperiode ermöglichte, sowie die groß­zügige und geschmackvolle Durchführung in den einzelnen Teilen, sichern der Ausstellung zu Breslau unter den Veranstaltungen ähnlicher Art einen noch nie dagewesenen Erfolg. Neben derselben erforderte die sehenswerte Stadt an der Grenzscheide deutschen und slawischen Wesens mit ihrer interessanten Anlage und mit ihren vielen Kunstschöpfungen, die sachkundige Führer erläuterten, eingehende Beachtung. Die nächste Tagung des Gesamtvereines wird im September 1914 zu Lindau abgehalten werden und für den Archivtag selbst ist Bregenz be­stimmt worden, ruhige Städtchen am Bodensee, welche die volle Konzentration für die Versammlungen verbürgen. Für die glückliche Wahl der schlesischen Hauptstadt und für die um­sichtige Durchführung gebührt dem verdienstvollen Ausschüsse warmer Dank. Neunzig Personen, von denen neun auf Österreich entfallen, waren seinem Kufe gefolgt. Der Archivtag zu Breslau wird allen Teilnehmern durch eine Fülle unvergeßlicher Eindrücke und reiche Belehrung stets in schönster Er­innerung bleiben. Linz. J. Zibermayr. Archivalische Bibliographie Österreichs für das Jahr 1913. Archivalien zur neueren Geschichte Österreichs. Bd, I, H. 4 (Veröffent­lichungen der Kommission für neuere Geschichte Österreichs. 4./4). Wien. Bericht des österreichischen Eisenbahnarchivs für das Jahr 1912. Wien. Bericht des steiermärkischen Landesarchivs über das Jahr 1912. CI. Jahresbericht des steiermärkischen Landesmuseums »Joanneum«. Graz.

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