Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
Literatur und Notizen
310 Notizen. (Duncker); H. 9: Biberach (Merk); H. 10: Waldsee (Merk). Es sind durchwegs Inventare von kleineren Gemeinde- und kirchlichen Archiven, entsprechend dem im Vorwort zu H. 2 ausgesprochenen Grundsatz, zunächst nur kleinere, nicht fachmännisch verwaltete Registraturen aufzunehmen, um diese, die am meisten gefährdet sind, einmal in ihrem Bestände festzustellen und dessen spätere Nachprüfung zu ermöglichen. Und diese Archive verdienen eine solche Fürsorge, weisen doch selbst kleine Orte zuweilen überraschend beträchtliche Bestände auf, die ins 15. und 14. Jahrhundert zurückreichen. Wenn daneben z. B. im Oberamt Biberach eine Reihe von Archiven gar kein Material lieferte, so ist dies nur ein Beweis für die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Verzeichnungsaktion. F. Grüner. Mit der Inventarisierung der nicht staatlichen Archive hat nunmehr, nach dem Beispiel der meisten größeren deutschen Bundesstaaten, auch Hessen eingesetzt. Den Anfang machen die Inventare der evangelischen Pfarr- arehive im Großherzogtum Hessen, herausgegeben vom Hessischen Oberkonsistorium. 1. Hälfte, bearbeitet von Fr. Herrin an n. Darmstadt 1913 (Hessischer Staatsverlag). Ein zweiter Halbband, der in etwa drei Jahren folgen soll, wird die Verzeichnung dieser Archivgattung zum Abschluß bringen. Bemerkens- und dankenswert sind die ausführlichen Literaturangaben nach jedem einzelnen Inventar, welche, da sie sich keineswegs auf Archivalisches beschränken, in ihrer Gesamtheit eine Bibliographie der hessischen Ortsgeschichte darstellen. Für den Fernerstehenden sind allerdings die gebrauchten Abkürzungen oft schwer verständlich; durch Beigabe eines Schlüssels im zweiten Halbband könnte dem leicht abgeholfen werden. F. Grüner. In dem mächtigen Umfange von XX -)- 1052 Seiten liegt der dritte Band der Inventare hansischer Archive des 16. Jahrhunderts vor: Danziger Inventar 1531 bis 1591, bearbeitet von Paul Simson. München und Leipzig. Duncker & Humblot. 1913. Der Plan des Unternehmens ist aus der Einleitung K. Höhlbaums zum ersten Bande dieser Veröffentlichungen, der mit dem zweiten das Kölner Inventar bietet, bekannt. Es soll Quellenstoff aus den Archiven der hansischen Vororte für die Spätzeit des großen Städtebundes, zunächst für die Periode, die auch der vorliegende Band umfaßt, gesammelt und einer künftigen darstellenden Behandlung bereitgestellt werden. Wir haben also nicht das Inventar eines bestimmten Archivs vor uns, sondern eine sachlich und zeitlich beschränkte Publikation archivalischen Materials ohne unbedingte Rücksicht auf dessen Provenienz, da außer dem Danziger Stadtarchiv auch die anderer preußischer Hansestädte herangezogen wurden. Aber zum allergrößten Teil beruht das Werk doch auf den Beständen des ersteren, so daß es als eine Art von Teilinventar desselben betrachtet werden kann, und zwar als solches, das infolge der Bedeutung und Vielseitigkeit der hansischen Beziehungen den Inhalt des Archivs für den genannten Zeitraum in allen wichtigeren Belangen erschließt. Es wird nicht nur dem Historiker der Hanse unentbehrlich sein, sondern auch eine Fundgrube darstellen für die allgemeine und politische Geschichte Deutschlands und seiner nördlichen und östlichen Nachbarländer wie für die Kenntnis der iunerstädtischen Einrichtungen. Das riesige Material ist in knappen, aber orientierenden Regesten bewältigt, der