Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)

Aus den Berichten von Konservatoren, Korrespondenten und Archivaren

Aus den Berichten von Konservatoren, Korrespon­denten und Archivaren. Böhmen. Gablonz a. d. N., Archivalien des Dekanalamtes; Stadt­museum. Der Vorstand des Gablonzer Stadtmuseums, Fachlehrer Karl R. Fischer, teilt mit, daß bei Öffnung eines alten Sehrankes auf dem Dachboden der Dechantei Gablonz Kirchenrechnungsbücher seit 1700, Patentenbücher von 1785 bis 1801, Pfarr- und Schulakten bis 1850 und ein Verzeichnis der von 1700 bis 1730 in den benachbarten Kirchen getauften Gablonzer Täuflinge gefunden wurden. Die Archivalien wurden mit dem Pfarrarchiv vereinigt, für welches bei dem projektierten Neubau der Dechantei ein an die Kanzlei anstoßender feuersicherer Raum in Aussicht genommen ist. — Nach einem Bericht desselben Herrn sind aus dem Besitz des Markscheiders i. R. Josef Schubert in Grottau fol­gende Archivalien für das Stadtmuseum käuflich erworben worden: Akten betreffend das durch den Herzog von Braunschweig in Böhmen geworbene »Korps der Rache« (22 Stücke); Akten der Nationalgarde in Grottau 1848 bis 1851 (121 Stücke); Privilegien der Stadt Grottau, der dortigen Zünfte und einzelner Persönlichkeiten 1655 bis 1834 (10 Stücke); verschiedene Patente 1575 bis 1843 (23 Stücke). Hefmanmestec, Stadtarchiv. Auf Intervention des Herrn Fabriksdirektors Johann v. Divis hat die Stadtvertretung von Hefman- mcstec beschlossen, die Reste des Stadtarchivs, das in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bedeutende Verluste erlitten hat, in einem hiezu eigens adaptierten feuersicheren Lokal des der Stadt gehörigen Hauses Nr. 18 zu konzentrieren und geordnet aufstellen zu lassen. Wie Herr v. Divis weiter mitteilt, besitzt das Stadtarchiv gegenwärtig an älteren Archivalien noch 39 Urkunden von 1462 bis 1769 und 20 städtische und verwandte Bücher von 1561 bis 1786. Morchenstern, Pfarrarchiv. Der Vorstand des Gablonzer Stadt­museums, Fachlehrer Karl R. Fischer, teilt mit, daß am 13. September 1913 daä Pfarreigebäude in Morchenstern, ein prächtiger, stockhoher Holzbau aus dem Jahre 1698 in Flammen aufging. Dem raschen Ein­greifen des Pfarrers Leonhard Weber und des Bürgermeisters Karl W.

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