Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)

Kleinere Mitteilungen

272 Kleinere Mitteilungen. unter anderem »uno libretto del statuto, libro septimo in cartha bona« und »alcuni quaderneti pizoli de lettera anticha vecchii« ausweist. In dem Inventar nach dem Presbyter Thomas Vlacussich vom 25. September 14974) werden zwei Breviare verzeichnet, ein kleineres und ein großes »de stampa, de bambasina coperto de cuore nigro«, dann ein »missaleto de stampa, coperto de rosso« und »uno missale de lettera langobarda vecchio coperto de rosso cum una seradura«. Im Jahre 1508 bestimmte Ser Franciseus Sigism. de Georgio in seinem Testamente2), daß seine Bibliothek mit Ausnahme von fünf Büchern, welche sich die Domini­kaner aus ihr aussuchen dürfen, versteigert werden sollte. Über ein interessantes Missale gibt uns ein Vertrag Nachricht, den Frater Jacobus Pribilovich ordinis predicatorum mit dem Priester Paulus Radulich am 1. August 1487 in Ragusa abschloß und sich verpflichtete, demselben »unum librum in uno volumine, in quo est scriptum missale tripliciter, videlicet in gramatica itala seu latina, et in vulgari italo, et in vulgari et littera sclava« zu verschaffen, das sich in »Schopia3) in manibus presbyteri Pauli Radoncich« befände. Der Preis betrug 3 '/2 Gold­dukaten, eine gewiß anständige Summe4). Wie K. Jiricek in seinen Beiträgen zur Literaturgeschichte von Ragusa, S. 427, ausführt, hatte der Geistliche Nicolaus Michaelis Barneus zuerst den Gedanken gefaßt, in Ragusa eine öffentliche Bibliothek zu er­richten und zu diesem Zwecke im Jahre 1527 seine ganze Bibliothek der Republik vermacht. Sein Plan kam nicht zur Ausführung. Nach einer Eintragung in den »Distributiones testamentorum« vom 8. April 1530 wurden zwar »onnes libri contrascripti testatoris« in die »notaria communis Rhacusii« übertragen5), aber es waren ihrer doch zu wenig, als daß sie für eine öffentliche Bibliothek hätten ausreichen können. In dem Inventare seiner Bibliothek vom 31. März 15306) werden 127 Werke angeführt, es waren aber mehr, weil einige Male gesagt wird »et alii simul« oder »et alii auctores simul«. Der größere Teil ist theologischen Inhalts. Von anderen profanen Schriftstellern werden aufgezählt: »Trans­formationes Ovidii, Titus Livius, Cassianus, Boetius, Martialis cum duobus commentariis, Giardino di oratione, Esopi poema, Esopus in pergamena, Esopi fabulle et Pogius, Aristotiles de animalibus, Terentius cum Donato, Donati regulae, Plynius de naturali historia, Laurentius Vallensis, Epi- stole Plinii, Margarita poetarum, Rethorica Ciceronis, Epistole Ciceronis ') Diversa Caneellaviae. 1497 bis 1498, f. 2, retro. 2) Testamenta Notariae. 1512 bis 1516, f. 4, vom 25. Oktober. 3) Oskoplje in der Herzegowina oder Skoplje in Altserbien. J) Diversa Notariae. 1486 bis 1487, f. 170. 5) Distributiones testamentorum. 1528 bis 1530, f. 225. °) Diversa Notariae. 1529 bis 1530, f. 21, retro.

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