Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
Prof. Dr. Hans Reutter: Südmährische Archive. 1. Das Archiv der Stadt Zlabings
Siidmährische Archive. 267 vom Jahre 1573, ferner die Abgaben- und Stadtmautordnung der Herrschaft von 1587, endlich einzelne Akten und Briefe, die sich auf Seelsorgeverhältnisse der Stadt beziehen. Nicht zu vergessen sind die an sehr vielen Verträgen erhaltenen Bürgersiegel mit schönen Hauszeichen. Gleichen Inhalts und gleicher Ausstattung wie diese Akten der BS. sind die aus dem ZI. StA. stammenden, auf ZI. bezüglichen Akten der »neuen Sammlung« des M. LA., zirka 20 Stück, des 16. Jahrhunderts. Das ZI. StA. selbst enthält aus dem 16. Jahrhundert fast nur neun Salzverkaufsregister in Heftform, angelegt von den Salzherren der Stadt in den Jahren 1568 bis 1599. Zahlreicher sind die Akten des ZI. StA. aus dem 17. Jahrhundert. Im Archiv selbst finden sich zirka 25 Quittungen und Schuldscheine von Zlabingser Bürgern aus den Jahren 1612 bis 1688, zehn Eest- zettel bezüglich der feindlichen Brandschatzung der Jahre 1645 bis 1670, gegen 100 Spanzettel von Hauskäufen und -tauschen der Jahre 1613 bis 1682, endlich einzelne Verlassenschaftsabhandlungen, Gesuche, Berichte, Beschwerden, Verträge und Briefe. Der Hauptteil der Archivalien des 17. Jahrhunderts, von Boczek aus dem StA. ZI. nach Brünn gebracht, liegt jedoch in der Boczek-Sammlung des mährischen Landesarchivs. Davon umfassen die Nummern 11.614 bis 11.711 die Zeit von 1600 bis 1618, sie bestehen größtenteils aus Briefen an den Zlabingser Bat von dem Herrschaftsamt in Teltsch, hauptsächlich in Verwaltungsangelegenheiten, vom Adel und den Städten der näheren und weiteren Umgebung, namentlich in Kauf- und Schuldangelegenheiten, vereinzelt auch Seelsorge- und Bechtssachen. Die Nummern 11.712 bis 11.972 umfassen die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und bilden, fast durchwegs aus Briefen bestehend, ein vortreffliches Quellenmaterial für die Kultur- und Wirtschaftsverhältnisse Südwestmährens in dieser harten Zeit. Ergänzend treten hinzu 30 Akten der »neuen Sammlung« des M. LA. Fast stets handelt es sich um Korrespondenz der Herrschaft, der Nachbarn, der Heeresoffiziere mit dem Bat, gemischt mit Lieferungsverträgen, Bittgesuchen, Beligionsedikten u. a. Bis zum Jahre 1621 reichen auch die Bürger-Hauszeichen. Die Zeit von 1649 bis 1700 ist in der BS. spärlicher durch die Nummern 11.973 bis 12.027 vertreten; der Inhalt ist Korrespondenz gleichen Inhalts wie oben. Von Bedeutung ist davon eine »Vernewerte Instruktion der Statt Zlabings« von 1666. Aus dem 18. Jahrhundert sind an Akten im ZI. StA. erhalten: Zehn Verträge und Quittungen zwischen der Gemeinde und den Stadtpfarrern, ferner Fundationsinstrumente, Einkommentabellen der Pfarre und des Spitals, Untertans-Entlassungskonsense, Gerichtsentscheidungen, Quittungen, Bestzettel und Schuldscheine, Zuschriften der Behörden in Mitteilungen des k. k. Archivrates, I. 18