Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
P. Benedikt Hammerl: Die Bibliothek des Wiener Klerikers Otto Gnemhertl um 1300, heute in der Stiftsbibliothek zu Zwettl
Die Bibliothek des Wiener Klerikers Otto Gnemliertl um 1300. 211 5. Prologus in librum, qui intitulatur speculum Marie (f. 99'). f. 99—181', saec. XIV. in. 6. Incipit: (M)yria, virgo, flos . . . Explicit: alumpna, Maria. 72 Namen Mariens, que ipsa virgo gloriosa... uni servo suo .. ., qui erat episcopus unius civitatis, que Sclavonia vocatur ... dedit = f. 175'—176 eingescboben, saee. XIV. fin. 7. Index zu Teil 5. — f. 177—181, saec. XIV. in. = Cod. 135, Perg., 181 BL, 17X11 «, f. 1 Vers Gnemhertels. Originaleinband, aber nicht der Typus Gnemhertels. Die Teile 4 und 5 vorherrschend von einer Hand in continuo geschrieben, Teil 6 eine andere Hand. Ohne Rückentitel. In Xen. Bern. 1. c. unterblieb durch Übersehen des Eigentumsverses die Kennzeichnung der Provenienz von Gnemhertel, ferner sind die Teile 4 und 5 irrig als ein Werk aufgefaßt. Wir haben zwei verschiedene Werke vor uns, wie vor allem der Index zu Teil 5 beweist. IX. 1. Incipit volumen ystoriarum ut liber Genesis de crea- cione mundi (f. 1) am Textbeginn von erster Hand rot. Am Vorderdeckel von der Hand des Fr. Nyeolaus de Dobresberg um 1400: Item moralitates biblie. Item volumen hystoriarum libri Genesis de creacione mundi, f. 1—87, saec. XIV. in. 2. Am Rückendeckel aufgeklebt Fragmente eines Lectionars mit Neumen über Responsorium und Versikel. f. [88], saec. XII. med. = Cod. 168, Perg., 87 —j— [1] BL, 31 X 32 cm. f. 1 Monogramm, Originaleinband Gnein- hertls, der ganze Kodex von einer Hand, 2 Kolumnen, Liniensehema, f. 87 Schreibervers: Finis adest operis, mércédéin posco laboris. Einzelnen historischen Episoden aus dem Alten Testament sind moralitates und allegorie der Väter angefügt, diesen Tatbestand zerlegt Fr. Nyeolaus in seiner Inhaltsangabe scheinbar in zwei Werke; doch ist der Kodex komplet und geht am Anfang nichts ab. Rückentitel in Majuskel: Moralitates. X. Dieses Volumen besteht, kurz gesagt, aus zwei Teilen: 1. Einem Kalendar mit darauffolgenden chronologischen Tafeln und Texten, einem Computus, der von f. 2 bis 29 reicht und ganz von einer Hand saec. XII. in., vielleicht noch saec. XI. ex. geschrieben ist. Die Tafel der Lunarbuchstaben setzt mit dem Jahre 1064 ein. 2. Dem Imago mundi des Honorius, f. 31 bis 55, ganz von einer Hand vor 1152 geschrieben, da die von dieser Hand geschriebene Regentenreihe noch Konrad III. und Papst Eugen III. als letzte Regenten schreibt. Den Tod Friedrich Barbarossas und Heinrich IV. verzeichnet schon eine andere Hand. Mit dem Hinweise auf Grotefends Ergebnisse kann man das Kalendar der Augsburger Diözese zusehreiben, indem zu Februar 9 das Fest Altonis cf. und das Fest Willibrordi epi. zu November 6 vermerkt ist. Da schon die erste Hand den Tod von drei Nonnen, zwei weitere Hände saec. XII. den Tod zweier anderer Nonnen verzeichnen, dürfte das Kalendar zu einem Frauenkloster der Augsburger Diözese in Beziehung stehen, für deren nähere Bestimmung die unten zu Juli 15 wiedergegebene Eintragung von Wert sein wird.