Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

Zwischen Elbe und Riesengebirge. Galgenberg bei Zittau Aufstellung genommen, um die zur Grenze marschierenden Truppen an sich vorüberziehen zu lassen. Aus Grottau, wo das Infanterieregiment Weichsel widerstandslos Einzug hielt, wurde der Bürgermeister herbei­geholt. Nach einigen Fragen über militärische i md politische Verhältnisse erhielt er gnädig seine Entlassung. Nachdem Napoleon noch einige Zeit hier verweilt hatte, bestieg er wieder sein Pferd und schloß sich der vom DG. Keller mann geführten Avantgarde auf dem alten „böhmischen Steige", der Straße nach Gabel an. Es hatte einige Tage vorher stark geregnet, der Zustand der Straße war kein guter, die Steigung südlich Eichgraben auf dem sogenannten Ausgespanne, wo heute das Lückendorfer Forsthaus steht, war eine starke und die Truppen kamen nur langsam vor­wärts. Um den Marsch der Kolonne nicht zu stören, ritt der Kaiser mit seinem ganzen Gefolge über Olbersdorf und Oybin nach Lückendorf. Auf den Oybiner Wiesen, der Fürstenhöhe, machte er halt, um seine Truppen zu beobachten 1). Gegen 3 Uhr nachmittags hatte der beim Mauthaus von Petersdorf auf Vorposten stehende Leutnant Emanuel R e c h t der 4. Kompagnie des (j. Jägerbataillons von seiner Husaren- vedette die Meldung erhalten, daß starke feindliche Kolonnen auf der Zittauer Straße bei Lückendorf im Anmarsche seien, bald darauf eröffneten feindliche Tirailleure das Feuer1 2). Der Hptm. Friedrich Es eher mann, dem mit der 4. Kompagnie und einer halben Eskadron Blankenstein-Husaren die Sicherung der Grenze bei Petersdorf anvertraut war, ging, dem feindlichen Vordringen weichend, in die Stellung südlich des Ortes auf den Johanneshübel zurück. Längerer Widerstand war auch hier unmöglich, da der Feind alsbald zwei Geschütze in Tätig­keit brachte. Mittlerweile hatten aber Alarmschüsse die Gruppe bei Gabel zur schleunigen Annahme der Bereitstellung veranlaßt. Die 6. Kompagnie des 6. Jägerbataillons rückte von Gabel mit einer halben Eskadron unverzüglich zur Unterstützung des 1) M o s c h k a u, Napoleon I. in Zittau, 10. 2) Der erste Schuß traf den Jäger Josef Klinger in den Unter­leib. Er erlag seiner Verwundung später in Gabel. (Aufzeichnungen des 6. Feldjägerbataillons.)

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