Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

P aid us. *) Berttier an Mortier, Görlitz, 19. August, 6 Uhr früh und an Macdonald, Görlitz, 19. August, 7 Uhr früh (Ordres, II, 56, 57). 2) Berthier an M o u t o n und Monition, Görlitz, 19. August, 6 Uhr früh (Ordres, II, 55, 56). 3) Berthier an Mortier und L a t o u r - M a u b o u rg, Görlitz, 19. August, 6 Uhr früh (Ordres, II, 56). 4) Ebenda, 57. Blüchers rasches Vorgehen ließ es zu dem von Na­poleon geplanten und seinem Stellvertreter im Kommando der Boberarmee, Marschall Ney, anbefohlenen Zusammen­ziehen der Kräfte in der Stellung bei Bunzlau nicht kommen. Die Korps begannen den Rückzug, ehe Ney etwas befehlen konnte. Sein eigenes Korps, das bei Liegnitz dem gegnerischen Anprall am meisten ausgesetzt war, wich vor dem russischen Korps Sacken als erstes am 16., 17. und 18. über Haynau nach Bunzlau. Bei Löwenberg war es in diesen Tagen zu mehreren Gefechten mit den Vorposten des französischen 11. Korps gekommen. Eine gewisse Unruhe mußte in der Umgebung des Kaisers die Nähe gerade dieses gegnerischen Elügels hervorrufen1). Auch sonst waren die Meldungen Neys gewichtig genug, um die Entschlüsse des Kaisers neuerlich abzuändern. Napoleon besann sich in letzter Stunde. Es schien ihm doch nicht mehr angängig zu sein, die in der Lausitz befindlichen Kräfte so ausgesprochen gegen Böhmen einzusetzen, wie er es eben noch beabsichtigt hatte. Die alte Garde, das weitere Hauptquartier und der Genie- und Pon­tonierpark erhielten plötzlich den Auftrag, Görlitz nicht zu verlassen, sondern marschbereit zu bleiben; Ornano hatte nur bis in die Gegend von Ostritz vorzugehen2). M o r t i e r sollte in Lauban bleiben, um nötigenfalls Macdonald zu unterstüzen, der ein bis Greiffenberg vor­gedrungenes gegnerisches Korps abzuschneiden beabsichtige. Das 1. Kavalleriekorps Latour-Manbourg wurde zum Zusammenwirken mit M o r t i e r angewiesen 3). An Ney schrieb der Major-général am 19. um 7 Uhr früh aus Görlitz: „Der Kaiser reist in diesem Augenblick ab, um sich zwecks Erkundung der dortigen Positionen nach Zittau zu begeben ; es ist wahrscheinlich, daß er diesen Abend wieder nach Görlitz zurückkehrt4).” *)

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