Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

74 Paldus. Avantgarde 4) über Sclmedowitz nach Teplitz vorausgescliickt, der sein Korps am 18. früh in zwei Kolonnen folgte2). Erst beim Passieren von Gastorf erreichte ihn Z i c h y s Meldung. Er schätzte wohl die Bedeutung der französischen Offensive ziemlich zutreffend nur gering ein ä), fand sich aber doch ver­anlaßt, seine Truppen halten zu lassen und von Schwarzen­berg Weisungen zu erbitten4). Der Feldmarschall erhielt das Schreiben spät nachts, erklärte sich mit dem Stehenbleiben einverstanden, sprach aber die Überzeugung aus, daßWittgen- stein eine Demonstration leicht abweisen und seinen Marsch sodann ungesäumt fortsetzen werde. Handle es sich jedoch um eine ernste Offensive, so werde Wittgenstein in der guten Stellung bei Mickenhan dem Feinde wohl so lange Widerstand leisten können, bis die Hauptarmee zu Hilfe käme. Übrigens teilte der Feldmarschall mit, daß Barclay de Tolly, den inzwischen getroffenen Abmachungen gemäß, dem vom GL. Pahlen befehligten Korps Saint Priest der schlesischen Armee den Befehl erteilt habe, „von Landeshut in der kurzmöglichsten Zeitfrist sich über Trautenau in Marsch zu setzen”. Wittgenstein möge dieses Korps nach Oschitz, in die Stellung an der Teufelsmauer beordern6). Der Alarm war voreilig und die französische Offensive aus Rumburg von geringer Kraft. Der Posten des Majors Span­nagel in Schönborn vermochte sich zu behaupten, auch jener in Warnsdorf, wohin ein Teil der Grenzerkompagnie als Flankenschutz beordert worden sein dürfte, hielt sich, so daß keine Veranlassung zur Räumung von Nied ergründ vor­lag. Der Feind begnügte sich mit der Entsendung eines *) *) GM. Roth mit 2 Jägerregimentern, einem Kosakenregiment, 2 Husareneskadronen und einer halben reitenden Batterie. 2) Wittgenstein an Schwarzenberg, Hirschberg, 17. August (K. A., F. A. 1813, Hauptarmee, VHI, 293). 3) ,,Ich halte vorderhand diesen Anfang der Feindseligkeiten für eine bloße Rekognoszierung, die sich vermutlich mit etwas groß Ernst­lichem nicht endigen wird.” 4) Wittgenstein an Schwarzenberg, Gastorf, 6./18. August (K. A., F. A. 1813, Hauptarmee, VHI, 325 a). 5) Schwarzenberg an Wittgenstein, Schlan, 19. August, 2 Uhr früh (Ebenda, 325).

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