Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

Pal dús. eine Hälfte der Kavalleriebatterie aus Gabel nach Reichenberg' abmarschieren. Er konnte sich hiezu um so leichter ent­schließen, als endlich die sechs Dreipfünder aus Theresien­stadt in Gabel eingetroffen waren. Da die Verstärkung mit drei Geschützen das Behaupten der Stellung bei Wüst- Olbersdorf wesentlich erleichterte, hingegen in dieser die Reiterei nur in beschränktem Maße verwendet werden konnte, wurde Derra beauftragt, die Oberstleutnantdivision Kaiser- Husaren in die Gegend von Kratzau nach Weißkirchen abzusenden, um die Verbindungsgruppe des Obstl. Blanken­stein zu verstärken. Es blieben somit nur vier Jägerkom­pagnien, vier Eskadronen, drei Geschütze und die beiden Kor­donabteilungen von Friedland und Reichenberg zur Vertei­digung von Wüst-Olbersdorf verfügbar. Außerdem wurde Derra angewiesen, abermals ein Streifkommando, 20 Husaren unter einem geschickten Offizier, wozu er den Obit. Adolf Vierer ausersah, über Hohenelbe und Schatzlar nach Landeshut zur Verbindung mit dem GL. Langeron abzusenden. Ein Zwischenposten der Kordon­abteilung in Hohenelbe sollte im Gebirge das Uberbringen von Meldungen sichern, die mit berittenen, vom Lande beizustellenden Boten zurückzuschicken waren. Dem Obersten Zichy schrieb N e i p p e r g gleichzeitig, daß wohl auch Rumburg bald vom Feinde besetzt sein werde, da der Besitz dieser Stadt zur Sicherung der anderen Flanke von Zittau notwendig sei. Er verspräche sich daher nicht viel von den seitens des Obersten getroffenen Gegenmaßnahmen, die sich nur gegen den Einfall eines schwachen Streif­kommandos bewähren könnten. Ein ernstes Gefecht in jenem Raume sei unbedingt zu vermeiden, vielmehr die Kraft für die Verteidigung der Stellungen bei Niedergrund und Röhrsdorf aufzusparen, wozu es aber wahrscheinlich nicht kommen werde, weil der Feind nur soviel Truppen nach Rumburg schicken dürfte, als zur Festsetzung in der Stadt nötig wären. Bald erfuhr diese optimistische Auffassung jedoch eine jäheWandlung, augenscheinlich durch die Kundschaftsnachricht beeinflußt, daß Napoleon am Vortag in Bautzen einge­troffen sei. Der dämonische Klang dieses Namens verfehlte auch auf Neipperg die Wirkung nicht. Obgleich er bisher

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