Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

Die Division Jellacic im Mai 1809. 221 einen Vorposten des Bataillons. Da der Bataillonskommandant Major Fitzgerald ohne eine von Pinnkett unterschrie­bene Kapitulation in keine Verhandlungen eingehen wollte, ließ Vaudon court den Vorposten durch seine Grenadiere umzingeln und entwaffnen. Er selbst sprengte mit den Dra­gonern in den Ort und bemächtigte sich der um ihren Kommandanten versammelten Offiziere sowie der 2 Kanonen. Die Mannschaft streckte daraufhin sofort die Waffen. Nachdem er sich dieser Sicherungstruppe bemächtigt hatte, trabte Vaudon court mit seinen Reitern schleunigst nach dem 27 1cm entfernten Rottenmann; hier traf er völlig überraschend ein, ritt unmittelbar in das Quartier Plunketts, den er mit allen gerade bei ihm versammelten Offizieren gefangennahm. Währenddessen hatten der Rittmeister und ein Unter­offizier von Napoleon-Dragonern, die deutsch sprachen, der Landwehrmannschaft verkündet, sie sei nicht gefangen, sondern werde nur deshalb von Vaudoncourt nach St. Michael geführt werden, um dort Pässe zur Rückkehr in ihre Heimat zu erhalten. Auf diese Mitteilung hin schlugen sich mehrere Abteilungen unter Mitnahme ihrer Waffen in das Gebirge '), —Rottenmann 62 lcm, St. Michael—Leoben 9'5 Jcm, St. Michael—Wald 35l;m) unmöglich. Tatsächlich gibt Vaudoncourt, I, 314, seihst an, daß er mit den G-efangenen am 28. Mai nach Leoben zurückkam. ') Hormayr, Taschenbuch, Jahrgang 1839, 23—25, und danach Schneidawind, Krieg 1809, II, 259, berichten nur, daß Obit. Sauer und Lt. Johann Bayer sich mit einer halben Kompagnie Cillier Land­wehr — laut Standestabelle für Mai 1809: 3. Kompagnie des 2. Bataillons — durch die Gebirge von Steiermark bis nach Kroatien durchschlugen. Tatsächlich sind aber noch mehr Abteilungen entkommen. Laut Standes­tabelle für Juni 1809 war die 3. Kompagnie des 4. Landwehrbataillons Viertel ober dem Wienerwald am 14. Juni bei Raab, wo sie 171 Ge­fangene verlor. Desgleichen tritt die 3. Kompagnie des 3. Landwehr­bataillons Viertel ober dem Wienerwald laut Standestabellen für Juni und Juli 1809 nach geringen Verlusten bei Rottenmann auch fernerhin noch auf. Vom 2. Cillier Bataillon hatten laut Standestabellen für Mai, Juni 1809 die 3. und 6. Kompagnie gar keine, die 4. und 5. Kompagnie nur geringe Verluste bei Rottenmann, alle 4 Kompagnien aber beträcht­liche am 14. Juni bei Raab. Auch der hier gefangene Lt. Karl Maier des Bataillons sagte vor den Franzosen aus, das Bataillon habe fast 2 Kompagnien in der Kapitulation — irrtümlich von Reiflingen in Obersteiermark — verloren (Paris, Dépőt de la guerre). Die anderen

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