Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

216 W achtel. und 6476 Mann; überdies verloren sie 1 Kanone1) und 2 Fahnen 2). Die Franzosen beziffern ihren Verlust mit nur 200 Toten, 400 Verwundeten3); die, wie nachgewiesen, mindestens 70 größer gewesen sein, weil unter den in den Standestabellen als gefangen Ausgewiesenen sich wohl mehrfach auch Vermißte befinden. Unter den Gefangenen der Landwehr war auch Major Grai Thun des 3. Salzburger Bataillons; Standestabelle für Mai 1809 des Bataillons (dort irrtümlich Datum der Gefangennahme 22. Mai; daß diese auf den 25. Mai fiel, bezeugt auch die Angabe Vaudoncourt, I, 309, hei St. Michael seien 1 Oberstleutnant und 2 Majore gefangen worden). Nach K. A., F.A., „Gefangene österreichische und französische Offiziere 1809”, wurden 8 Offiziere von de Vaux gefangen. Der bei Raab gefangene Feldwebel Wilhelm Pur gold von de Vaux sagte aus, das Regiment habe bei St. Michael solche Verluste gehabt, daß ihm kaum mehr 1000 Mann blieben; der ebendort gefangene Infanterist Pelak von de Vaux sagte, daß einzelne Kompagnien nach dem Gefecht hei St. Michael nur mehl- 8 bis 10 Mann zählten (Paris, Depót de la guerre). Nach Seeliger, 152, 153, wurden bei St. Michfiel und Leoben 24 Offiziere, 1506 Mann des Regiments Esterházy gefangen. Diese Unstimmigkeit mit den Standestabellen, dürfte darauf zurückzuführen sein, daß überhaupt nicht genau festgestellt werden konnte, wie viele zersprengt, wie viele gefangen wurden und wie viele von diesen beiden Kategorien in der nächsten Zeit wieder zu ihrer Truppe zurückkamen. *) Eugen an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809 (du C as s e, V, 230), sagt „2”, was Operationsjournal 26. Mai ausdrücklich wider­legt. Tatsächlich erwähnt Eugen in demselben Bericht bei Anführung der hervorragendsten Taten im Gefecht nur eine Kanone, die von einem Unteroffizier des 6. Regiments Jäger zu Pferd nach Tötung ihrer Bedienung genommen wurde. 2) Eine Fahne erbeutete das 9. Regiment Jäger zuPferd (Eugen an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809, in du C a s s e, V, 231, 232); die zweite — von de Vaux — fanden Einwohner St. Michaels am Kampffeld „im Wasser”; sie wurde später dem Orte zur Aufhewahrung in der Kirche überlassen (nach den Aufzeichnungen Lachmayrs, Mitteilungen des Historischen Vereines für Steiermark, XXIII, 73). 3) Vaudoncourt, I, 309. Auch Eugen an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809 (du C a s s e, V, 231) beziffert den Gesamt­verlust auf 500—600 Mann. Vignolle, IV, 1375, gibt an, die Divi­sionen D u r u 11 e und S e r a s hätten während des Angriffes 24 Tote verloren, weit beträchtlicher aber seien die Verluste gewesen, welche die Division Seras am Morgen des Tages erlitten habe; in Unkenntnis des morgendlichen Kampfes (vergl. Seite 202, Anmerkung 2) schreibt er diese Verluste lediglich dem österreichischen Artilleriefeuer zu. Nach

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