Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)
Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel
214 Wachtel. Die Stärke beider Gegner im Gefecht bei St. Michael war eine sehr ungleiche. Die Österreicher1) zählten etwa 8000 Mann2), darunter gewiß 3000 Rekruten3), dann hammer, 89, sagt „3424” Mann, ohne aber für diese wenig wahrscheinliche Ziffer eine Quelle anzuführen. ]) Ohne das 1. Bataillon Esterházy und die bei diesem befindlichen 2 Kanonen. !) De Lort an Nugent, Anhang XXII, schätzt die Division mit der Besatzung des Ennstales auf 12.000 Mann; nun war das 1. Bataillon Esterházy — laut Standestabelle für Mai 1809 etwa 1000 Mann — detachiert und die Landwehr außer der Salzburger, gewiß 3000 Mann, im Ennstal geblieben. Die Ziffer 8000 stimmt auch damit, daß die Division etwa 6500 Mann verlor und Jellacic gleich danach meldete (Anhang XXIX), daß er „keine 2000 Mann” behalten habe. Auch Eugen an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809, und an seine Gemahlin, St. Michael, 26. Mai 1809 (du Casse, V, 228 und 233), schätzte die Division auf 7000—8000 Mann. De Lort meldete persönlich am 25. Mai dem Erzherzog J ohann den Stand der Division, einschließlich des einen Bataillons Esterházy, mit über 9000 Mann (Erzherzog J o h a n n s Memoiren in Z w i e d i n e c k, St. Michael, 45; wenn Erzherzog Johann hier jedoch hinzufügt „guter Truppen”, ist dies unzutreffend, wie die nächste Fußnote zeigt). Vaudoncourt, I, 306, führt irrtümlich ein Bataillon Hohenlohe-Bartenstein Nr. 26, welches Begiment ganz bei C hasteier war (Krieg 1809, II, 485), 2'/s statt 2 Bataillone de Vaux und 2 statt 1 Bataillon Beuß-Greitz bei der Division Jellacic an. Ferner behauptet er, daß sich unter den Gefangenen 1782 Mann verschiedener anderer Truppenkörper befanden, und zwar der Begimenter Alvintzy Nr. 19, Beisky Nr. 13, St. Julien Nr. 61 und Strassoldo Nr. 27 (vom Gros Erzherzog J o h a n n s), dann Franz Karl Nr. 52, Simbschen Nr. 43 (vom Korps des Banus Gyulai in Krain), schließlich in ungenauer Angabe von „Jellacic” (wenn Franz Jellacic Nr. 62 gemeint, vom Gros Erzherzog J oh anns, wenn Johann Jellacic Nr. 53 vom Korps Chasteler) und vom „Banalregiment” (erstes bei Erzherzog J ohann, zweites bei Chasteler). Daß Truppen fast der ganzen innerösterreichischen Armee in so großer Zahl bei Jellacic vertreten gewesen sein sollen, ist höchst unwahrscheinlich; es ist vielmehr wahrscheinlicher, daß Va u d o n c ourt schon vielfach abgeblaßte und verfärbte Egalisierungsfarben (die Kennzeichen der Begimenter) mit jenen der ihm bekannten Truppen verwechselte. Nim knüpft er aber daran gar die zweifellos irrige Vermutung, daß ganze Abteilungen dieser Begimenter sich bei der Division Jellacic befunden hätten und schätzt daher deren Gesamtstand im Gefecht viel zu hoch auf 12.000 Mann. *) De Lort an Nugent, Anhang XXII, gibt sogar 4000 an; nachweisbar sind: das ganze 3. Bataillon Beuß-Greitz, laut Standestabelle für Mai 1809 etwa 1400 Mann, der Ergänzungstransport von