Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

204 Wachtel. 24) Bataillone des 62. Limeninfanterieregiments der Division Durutte hatten die Mur auf der Brücke zwischen Kaisersberg und St. Stephan zu überschreiten und sogleich gegen den feindlichen linken Flügel vorzugehen. Der Vizekönig wollte anscheinend den entscheidenden Angriff frontal gegen die formidable Stellung führen, aber ihn erst dann beginnen, bis all seine Kräfte hiefür bereit standen und seine Flügel entsprechend vorgearbeitet hatten. Die Verschiebungen der Truppen im Sinne seiner Be­fehle nahmen mehrere Stunden in Anspruch. Auf Seite der Österreicher kam während dieser Zeit endlich der Train der Division heran und zog hinter deren Stellung durch St. Michael nach Leoben. Da er eine Menge Wagen für die Mitnahme der bei den bisherigen anstrengen­den Märschen Erkrankten enthielt, überdies wohl größtenteils aus aufgenommenen Landesfuhren2) ohne militärisches Auf­sichtspersonal bestand, muß er eine übergroße Marschlänge gehabt haben und verhältnismäßig langsam marschiert sein/1). Indessen hatte Jellacic nach dem erfolgreichen Kampfe die Truppen am Rideau folgendermaßen gruppiert. Das Zentrum, das 3. Bataillon Esterhazy, hinter welches rechts rückwärts das 3. Bataillon Reuß-Greitz und der Ergänzungs­transport vom Regiment Erzherzog Karl4) als Reserve hinkam, befehligte GM. Legisfeld, den linken Flügel GM. Etting­hausen. Von diesem hatte Jellacic 3 Kompagnien8) über die Murbrücke südwestlich St. Michael entsendet, um den am rechten Murufer führenden Weg zu sperren. ') Nach Gaillard-Fleuriot, Historique du 62e regiment d’infanterie, 111, de Laborde, 224, Vaudoncourt 1,307, Vignolle, IV, 1373, du C as s e, V, 127. All dem gegenüber scheint die Angabe Eugens an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809 (du Gasse, V, 229), „1 Bataillon” auf einem Irrtum zu beruhen. 2) Den ärarischen Train hatte Jellacic gleich beim Zurückgehen nach Badstadt über Graz zurückgesendet, vergl. Seite 186, Anmerkung 1. 3) Vergl. Seite 186, Anmerkung 1, Seite 205, Anmerkung 3. 4) Beides, wie erwähnt, fast lauter Bekruten. 5) Ettinghau sens Selbstbiographie (Z wiedineck, St. Michael, 31). Demnach ist die Angabe der französischen Quellen 2 Bataillone irrig (Eugen an N a p o 1 e o n. St. Michael, 25. Mai 1809, in du Gasse, V, 229; du Gasse, V, 126; Vignolle, IV, 1372).

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