Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)
Gentz und Fasbender. Ungedruckte Briefe aus der Zeit von 1802 bis 1808. Mitgeteilt von Major Jacubenz
Grentz und Fasbender. 97 über diesen wichtigen Punkt; und wenn Sie besonders auch nur an fangen zu glauben, daß die Sache zum Ernst kommen könnte, so benachrichtigen Sie mich ja bei Zeiten davon. Sie haben Sich durch das, wTas Sie in der Wallmoden- schen Sache gethan, ein neues Verdienst um die Armee und den Staat, und einen neuen Anspruch auf meine Verehrung erworben. Es wäre gewiß kein kleiner Verlust und kein kleiner Schandfleck gewesen, wenn Wallmoden das Opfer dieser ungerechten, gehässigen und niedrigen Schikane geworden wäre x). Er sagte mir noch gestern, daß er das, was er Ihnen bei dieser Gelegenheit zu verdanken hätte, gewiß nie vergessen würde; und dies vernahm ich mit unaussprechlichem Vergnügen. Von unserm vortrefflichen Erzherzog Johann erhielt ich vor einiger Zeit einen mir äußerst werthen, sehr ermunternden und köstlichen Brief. Ich bitte Sie, Ihm den beiliegenden zukommen zu lassen; ich empfehle ihn aber der promptesten Bestellung; Sie werden mich unendlich verbinden, w’enn Sie ihn nicht 24 Stunden älter werden lassen, als er sein wird, indem Sie ihn erhalten. Noch Eins, muß ich mir die Freiheit nehmen, Ihnen an’s Herz zu legen. Eine Menge von Gründen vereinigen sich, um mich wünschen zu machen, den größten Theil meiner in Ihrem Verwahrsam befindlichen Bibliothek los zu werden. Erstlich, möchte ich Sie gern von diesem lästigen Depositum befreien. Zweitens möchte ich meine Sache mit Falkner sobald als möglich in Dichtigkeit bringen. Endlich ist die Zukunft so umwölkt und dunkel, daß Gott weiß, ob ich je wieder ein ruhiges und anhaltendes Etablissement in Wien zu erwarten habe. Meine Idee wäre also, diese Bibliothek, mit Ausschluß der wenigen Werke, von denen ich mich in keinem Fall trennen möchte, ohne alle weiteren Umstände zu veräußern. Dies kann nun entweder durch Verkauf in Masse an einen der Antiquare in Wien, wovon einige, wie mir bekannt ist, sehr große Geschäfte dieser Art machen, oder, wenn dies nicht möglich sein sollte, per modum auctionis geschehen. Die vorläufige Bedingung ist aber, daß ’) In den Akten des KriegsarcMvs ist nichts zu finden, was mit dem oberwähnten Gegenstände identifiziert werden könnte; es dürfte sich demnach um keine direkt dienstliche Angelegenheit handeln. Mitteilungen desk, und k. Kriegsarehivs. Dritte Folge. VII. Bd. 7