Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai

7i das Tal der Tesa, die Seen Santa Croce und Morte, südlich das Tal von Serravalle und Ceneda oder des Meschio. Diese Bergströme, solange sie in den Tälern sind, durch die Natur eingezwängt, treten plötzlich in die Ebene, nichts hemmt dort ihren Lauf, darum ihr Bette so breit, ihre Verwüstungen so groß; der Tagliamento, die Cellina, Meduna sind die ansehnlichsten, letztere zwei meist ohne Wasser. An mehreren Orten ist ihr Bett V* bis V» Stunde breit, bloß Schutt, in diesem verliert sich das Wasser bei dem Austritte aus dem Gebirge und erscheint wieder in tieferen Gegenden. Industrie nahm durch die Ableitungen, Brendola genannt, das meiste Wasser weg; diese dienen, die großen Weiden zu bewässern, der Vorsorge, Wasser zu haben. Die Livenza ist ein in einem ordentlichen Bette fließender Strom, größtenteils schiffbar. Der Meschio aber, von den Zufällen der Witterung abhängig, oft unbedeutend, oft heftig, so daß er alle Verbindungen in der von ihm durch­strömten Gegend unterbricht. Am Fuße des Cansiglio, an der Quelle der Livenza, zieht sich gleichlaufend mit der ersteren eine niedere Gebirgsabstufung, voll Dörfer. Hier liegen: Giaio, Pieve, Castel d’Aviano, Budoja, Santa Lucia etc.; rückwärts das kleine Tal von Dardago, an den Quellen der Livenza, Polcenigo. Schön ist die Fläche, welche von dem Gebirge südlich sich erstreckt, offen und ausgedehnt. Zwischen der Cellina und Livenza die Campagna d’ Aviano, voll trefflicher Weiden, auf diesen große Dörfer, umgeben von ihren Feldern und Gärten, nördlich anzufangen: San Leonardo, San Martino, San Foca, Sedrano, San Quirino, Roveredo, Ranzano, Villadolt, Ronche, Vigonovo, Roman. Die Hauptstraße, welche von der Brücke des Tagliamento über Valvasone, Arzene, das steinerne Kreuz in der Cellina, Cordenons, Nogaredo, Torre, Pordenone, Rorai grande, Fontana fredda, San Giovanni del Tempio, Sacile führt, macht die Grenze davon. Hier ändert sich die Gegend. Südlich der Straße entspringen viele Bäche und aus den vorher trocken liegenden Bergströmen erscheint das Wasser in ein ordentliches Bett, unter vielen Krümmungen rinnen alle südlich zu, so die Meduna und Cellina vereinigt, der Noncello von Cordenons aus, durch Pordenone vorbei die

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