Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

II. Kapitel. Von der Eröffnung des Feldzuges bis an den Tag bei Pordenone (1. bis 15. April)

6o Die Armee besteht aus dem 8. Korps unter FML. Al­bert Gyulai und dem 9. unter dem FML. Ignaz Gyulai. Diese steht am 8. um Tarvis, Weißenfels, Wurzen. Am 9. bricht sie auf. FML. Frimont, GM. Schmidt machen die Avant­garde. Franz Karl 2 Bataillone, 1. Banal is/s Bataillone, 2. Banal 2 Bataillone, Ott-Husaren 2 Eskadronen, Pioniere 1 Kompagnie, 1 Kavalleriebatterie. Diese rückt über den Predil nach Flitsch. Ihr folgt das 8. Korps, nämlich: Gajoli 5 Bataillone nach Flitsch, Colloredo 6 Bataillone nach Flitsch, dann das Geschütz — Wetzl 8 Eskadronen nach Flitsch. Diesem, nach dem Abkochen, von dem 9. die Brigade Mar- ziani nach Breth, dann die Brigade Kleinmayrn nach Raibl, die Kavallerie in Tarvis und Weißenfels. Das Fuhrwesen in Kronau. FML. Ignaz Gyulai in Tarvis. Die Bagage in Arnoldstein. Am 10. rückt die Avantgarde und das 8. Korps nach Karfreit ins Lager. Diesem folgt das 9. Korps und alle Reiterei, letztere in Flitsch. Um die Operationen zu begünstigen, welche den 11. früh beginnen sollten, wurden noch einige Abteilungen auf­gestellt, nämlich in Saga und Karfreit. .Erstere unter dem Befehl des Majors du Montét. Die Verpflegung wurde auf sechs Tage, vom 9. angefangen, mitzunehmen angeordnet und dies von Tarvis aus. In Karfreit wurde Wein und Fleisch bestellt. So wie diese Disposition entworfen war, wurde sie ausgeführt. FML. Chasteler ging am 8. an seinen Posten, der Erzherzog den 9. nach Tarvis, wo er dann mit der Avantgarde nachmittags über den Predil nach Flitsch rückte. Merkwürdig bleibt der Marsch über den Predil. Schon seit acht Tagen schneite es unaufhörlich, alle Wege waren hoch damit bedeckt, ein heftiger Sturmwind wehte die kaum gebrochene Bahn beständig zu. Mit Anstrengung und er­müdet, doch guten Mutes, überwand das Heer diese Be­schwerlichkeiten ; Geschütz, Munition, kurz alles wurde hin­übergebracht und bloß einige Wagen, die in den Abgrund stürzten, eingebüßt. Um 10 Uhr abends stand alles im Biwak zu Karfreit1), hinter dem Orte an der Straße, in *) *) 16 Stunden hatte dieser Marsch gedauert.

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