Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

V. Kapitel. Von der Ankunft zu Körmend bis zu der Einrückung in die Kantonierungsstationen nach erfolgtem Stillstand. Vom 1. Juni bis 25. Juli

des Erzherzogs nicht gelesen, welche sagten, der Vize­könig mit 18.000, Macdonald mit 10.000 bis 12.000 Mann folgten ihm nach, Montbrun und Lauriston, von Napoleon abgesendet, mit 6000 bis 7000 Mann und vor­züglich Reiterei ebenfalls, zusammen wenigstens 34.000 gute Truppen; diese sollten 25.000 Mann, wovon die Hälfte ungeübt waren, nach Besetzung des verschanzten Lagers, schlagen, abschneiden. Nicht genug, es wurde noch im 6. Punkte befohlen, er solle die Kleine Schütt halten, sich Meister von Altenburg machen; es ist wahrlich überflüssig, noch weitere Betrachtungen anzustellen, über die anderen Punkte, die Anstalten befahlen, welche nur bei einer längeren Ruhe möglich sind, noch vorzüglich über denVersuch, den Palatin zu entfernen, dessen Gegenwart allein noch die In­surrektion halten konnte. Daß die Absendung der Truppen nicht geschah, hinderte der Feind, der auf der Ferse folgte. Die Donau, wie sie bei Preßburg vorbeigeströmt, teilt sich in verschiedene Zweige. Davon sind drei die vorzüglichsten; der mittlere ist der stärkste, sie schließen in sich die große und kleine Insel Schütt. Der erste trennt sich gleich bei Preßburg und vereinigt sich unweit Gutta mit der aus den nördlichen Gebirgen kommenden Waag, bei Komorn wieder mit dem Hauptdonaustrome; der dritte trennt sich unweit Ragendorf, nimmt den Raabfluß auf und vereinigt sich oberhalb Gönyö bei Vének mit dem Haupt­strom. Beide Inseln sind flach, voll Ortschaften, längs der k'lüsse Auen. Der Raabfluß ist nur von dem Einflüsse der Marczal bei Marczaltö als eine Schutzwehr zu betrachten, und selbst dann hat er noch Furten, die nur bei großem Wasser unbrauchbar sind. Da, wo dieser Fluß sich in die Donau ergießt, liegt etwas erhoben die Stadt und ehe­malige Festung Raab, die man in der Eile wieder in stand gesetzt und die, solange ein Heer dastand, Vorteile dar­bot, sich selbst überlassen, höchstens acht Tage halten könnte, um so mehr da keine Brücke über die Donau war, folglich in die Schütt nur mittels Schiffen zu kommen war. Das Land zwischen der Donau und dem linken Raabufer ist flach, die Rabnitz durchströmt dasselbe und führt die Gewässer des Neusiedler Sees bei Raab in die Donau.

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