Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

139 hatte den GM. Fenner nach Toblach abrücken machen. 7000 Mann hatte gedachter Feldmarschalleutnant, mit diesen rückte er den 19. nach Sillian. Seine Absicht war, durch Kärnten zur Armee zu rücken. Der Feind rückte indes gegen Innsbruck, er wollte keinen Waffen­stillstand mit den Bevrohnern des Inntales eingehen. (Es ist den 19., daß FML. Chasteler in die Acht erklärt wurde.) Am 19. ließ Buol den Berg lsei besetzen. Am 20. rückte Chasteler nach Bruneck. Leiningen stand in Klausen, Buol auf dem Brenner. Am 23. ersterer in Sillian, 24. in Lienz, wo er bis 27. blieb. In Kärnten stand damals Rusca mit 4000 bis 5000 Mann und hielt Sachsenburg besetzt, in dem Sperrpunkte war unter dem Major Krapf Besatzung. Am 24. rückte GM. Schmidt gegen Sachsenburg vor; es war an diesem Tage, als der FML. Chasteler die Nach­richt des Sieges bei Aspern und den Befehl, zum Erzherzog zu stoßen, durch steirische Bauern erhielt, welche letzterer zu ihm sandte. Am 1. Juni rückte Chasteler nach Greifen­burg, am 2. nach Sachsenburg, am 3. nach Spital. Rusca stand bei Villach. Am 29. stand er in Oberdrauburg, am 30. bis 31. wurde die Brücke bei Sachsenburg hergestellt. Rusca zog sich nach Spital zurück. Der Sieg bei Aspern hatte den Marschall Lefebvre gezwungen, den Rückzug anzutreten; Befehle riefen ihn zu der Hauptarmee nach Österreich. Am 21. bis 22. trat er den Marsch nach Linz an, bloß Deroi blieb mit 5000 Mann zurück. Auf diese Nachricht sammelten sich die Bewohner, ergriffen im Wipp- und Oberinntale die Waffen, und drangen von Telfs und Steinach vor. Buol sandte den Oberstleutnant Er tel vom Brenner, die Bewohner zu unterstützen. Am 29. vertrieb dieser den General Deroi und nahm Innsbruck ein; am 31. wurde heftig gestritten. 1400 Tote und 280 Gefangene ließ der Feind, und räumte mittels Waffenstillstand den nördlichen Teil des Landes. Im südlichen Teil war nichts vom Feinde. Leiningen stand in Trient und streifte nach Verona und Bassano. Der Erzherzog hatte stets den FML. Chasteler durch Boten in der Kenntnis der Ereignisse erhalten, die

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