Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

137 seine Stärke betrug bei 10.000 Mann, General Montrichard, General Bertrand, Soyez, Launay; über sie Mont­richard, 6649 Mann stark. 5., 18., 79., 81. Linienregiment, die andere Division 4942 Mann stark, unter ihm. Am 28. rückte Rebrov ich nach Moravice. Er hatte nach dem Abzüge des Marmont die Liccaner und Otocaner zu reorganisieren unternommen. An diesem Tage waren 12.000 Insurgenten in Kroatien bereit, 5000 sollten aus Slavonien folgen; die Nachricht von dem Sieg bei Aspern bewog ihn etwas zu unternehmen. Am 31. erfolgten die ersten Bewegungen der Truppen gegen Neustädtl, in Laibach hatte der Feind 500 Mann. Die Marine war indes nach Lussin, wo sie sicher war. Am 29. setzte eine schwache feindliche Abteilung bei der Landschabrücke über die Mur; der Erzherzog war von dem Anzuge des Feindes von Cilii aus benachrichtigt. Überzeugt, sich in Graz nicht halten zu können, befahl er den Rückzug nach Gleisdorf. Abends um 5 Uhr brachen die Truppen auf und rückten auf beiden Straßen dahin ab. Die Avantgarde unter FML. Frimont blieb in Graz. Die Weinzettel- und Neubrücke waren abgebrochen, die ge­deckte Brücke verrammelt worden. In der Zitadelle war die Besatzung, Major Hackher des Ingenieurkorps befehligte diese. Oberstleutnant Göldlin zog sich nach Graz zurück, Hauptmann Latour undOberstleutnant Hirsch nach Gnas und Feldbach, Major Stransky nach Ruprecht. Oberstleutnant Trauttenberg und Oberst Attems erhielten die Befehle, ebenfalls aufzubrechen, FML. Albert Gyulai jenen, nach St. Gotthard zu rücken, um dort zum Erzherzog zu stoßen. Kaum waren die Truppen abgezogen, als der Vortrab des Feindes auf der Fläche bei Graz erschien und sich den Vorstädten näherte. In der Nacht wurde Gleisdorf erreicht. Hier erhielt der Erzherzog den Befehl vom 25., vom Generalissimus von Aspern aus, alles aufzubieten, um die Vereinigung der Armee des Vizekönigs mit Napoleon zu hindern1). Er würde alles vereinigen, übersetzen, und *) *) Se. Majestät schrieben das nämliche; in 48 Stunden würde die neue Offensive anfangen! ! ! Weil der Vizekönig den Erzherzog nicht verfolge, so glaube er, er habe sich getrennt und sei daher außer stände anzugreifen ; es

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