Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
118 wendbar machen können. Am 8. w’aren feindliche Posten bereits zwei Posten von Wien. FZM. Kerpen schaffte alle Vorräte von Graz auf der Mur nach Ungarn: nach Tirol dauerte demungeachtet der Nachschub immer fort. An der Befestigung des Schloßberges zu Graz wurde tätig gearbeitet. 20 Kanonen, 800 Mann waren zur Verteidigung desselben bestimmt. Zu gleicher Zeit ergoß sich der Troß des 5., 6. Armeekorps über Steiermark, bei Altenmarkt zog er in das Land und durch dasselbe über Graz nach Ungarn, sich alle Erpressungen und Ausschweifungen erlaubend; er wurde so schnell wie möglich fortgeschafft. An Seine Majestät hatte der Erzherzog von Sacile aus Bericht erstattet, an alle Behörden und Abteilungen die notwendigen Befehle erlassen. Während dieser Zeit war FML. Chasteler nach Innsbruck geeilet und traf Anstalten zur Verteidigung der nördlichen Grenze. GM. Marchal war von Bozen wieder vorgerückt und Rusea hatte, nachdem er seinen Marsch durch die Valsugana gedeckt hatte, Trient verlassen. Am 5. rückte General Marchal mit 4 Bataillonen, 80 Pferden nach Civezzano und besetzte Borgo, welches auch der F'eind verlassen hatte; es war um die nämliche Zeit, als GM. Schmidt von Bassano an die Piave nach Feltre gezogen war; hätten ihn nicht übertriebene Nachrichten dazu bewogen und er nach Borgo gerückt, so wäre Rusca zwischen zwei Feuer gekommen. Rusca war GM. Schmidt nach Belluno gefolgt. GM. Marchal wandte darum sich nach Strigno; bei Verona stand nichts vom Feinde, bei Bassano 300 bis 400 Mann. Marschall Lefebvre stand in Salzburg mit 3 Divisionen Bayern und beobachtete die Eingänge der Gebirge Salzburgs, wo Jellacic stand. Am 6. erschien er vor dem Passe Strub. Vom 7. bis 10. blieb alles ruhig, am 12. bezwang der Feind diesen Paß und rückte nach St. Johann und weiter gegen das Inntal vor. FML. Chasteler ihm entgegen. Am 11. stand die Armee bei San Daniele, schon früh sah man von der Höhe Staubwolken auf der Straße von Val- vasone, Codroipo und Udine zu, deutlich konnte man be-