Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793
Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 9 L daß gestern das hiesige Generalkommando die Pensionsresolution erhalten, nach welcher er vom 1. September beim Regiment in Abgang kommt und bei der Kaschauer Kriegskasse die jährlichen 600 fl. angewiesen erhaltet. Die Resolution wegen Majorstitel ist noch nicht mit erfolgt, weilen diesen Se. Majestät eigens bewilligt und dermalen in Prag abwesend ist. Es ist aber daran nicht zu zweifeln, weil mein Bruder über 30 Jahr und zugleich vor dem Feind gedient hat. Mich freut es, daß meines Bruders AVunsch und zugleich der Ihrige erfüllet ist, wodurch er in Ruhe und unter den Seinigen seine übrigen Tage wird zubringen können. Ich bin mit mein jetzigem Schicksal viel zufriedener, als wenn ich Feldmarschall wäre. Ich habe genug gedient und ausgestanden und habe mit Ehre und Ruhm meine Karriere geendigt. Nur etwas mehr Gesundheit, die noch immer zweideutig ist, so werde ich hier sehr vergnügt leben. Ich embrassiere Sie etc, Paul Kray, GM. Pest, 18. September 1791. Liebster Bruder! Diesen Augenblick erhalte vom Agenten Aviso, daß Se. Majestät Dir den Majorscharakter verliehen. Ich gratuliere Dir vom Herzen und embrassiere Dich etc. Paul Kray, GM. Pest, den 14. Oktober 1791. Ich bestätige den richtigen Empfang Deiner mir unterm 16. v. M. zugesendeten Berechnung, aus welcher ersehe, daß Du der Schwester 100 fl. ausgezahlt. Mir scheint, alle unsere Bemühungen und Aushilfen sind fruchtlos, denn sie verschwendet das Erhaltene gleich. Auf diese Art sind freilich unsere Absichten, die immer auf Freundschaft und Geschwisterliebe gegründet sind, unausgiebig. Nunmehr, da ich alles mögliche getan, bloß von meiner Pension lebe und zwei Söhne zu unterstützen habe, werden die Aushilfen aufhören und sie wird ihrem Schicksal überlassen bleiben, denn wer das Gute nicht selbst erkennt,