Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848
356 Czeike. Mit der Durchführung dieser Aufgabe betraute der Banus die Division Hartlieb mit den Brigaden Neustädter und Karger. Die Brigade Neustädter, bestehend aus dem Otocaner 1., St. Georger 3., Liccaner 4., Oguliner-Szluiner 3. Bataillon und der sechspfündigen Fußbatterie Nr. 1, war am 28. um V2IO Uhr vormittags auf der Höhe des Laaerberges bereit gestellt, während die Brigade Karger mit dem Otocaner 3. und Oguliner 4. Bataillon, dann dem Grenadierbataillon Ferrari und der sechspfündigen Fußbatterie Nr. 7 sich zur selben Zeit in ihrer anbefohlenen Aufstellung in und rechts von Simmering befand. Letztere Brigade hatte bereits nach dem Abkochen um 9 Uhr vormittags das 3. Bataillon Otocaner an den Donaukanal mit dem Auftrag entsendet, längs desselben möglichst gedeckt vorzugehen, jedoch für keinen Fall früher zum Angriff zu schreiten, bevor nicht die feindlichen Geschütze an der St. Marxer Linie zum Schweigen gebracht seien. Sie war gleich anfangs durch die zwölfpfündige Keserve- batterie Nr. 1 verstärkt worden und später kamen noch 1 Division vom 5. Jägerbataillon und 1 Pionierkompagnie hinzu sowie 4 Achtzehnpfünder, 1 Zwölfpfünder und 1 lange Haubitze, welche Oberst Heller des Generalstabskorps aus dem Neugebäude entsendet hatte ’), Um 10 Uhr vormittags rückte die Brigade Neustädter auf Befehl des Banus und in dessen Gegenwart in zwei Treffen mit vorgeschobenen Plänklern vom Laaerberg gegen die St. Marxer Linie und den Friedhof vor, während gleichzeitig, wie früher erwähnt, Generalstabshauptmann Koretz 1 Division ‘) Der Kommandant des Neugebäudes, Oberst Heller, hatte die dort befindlichen Achtzehnpfünder mit großer Mühe ausrüsten lassen und dieselben nebst 1 Zwölfpfünder und 1 langen Haubitze zur Mitwirkung beim Angriff auf die St. Marxer Linie bestimmt. Das Kommando über die Achtzehnpfünderbatterie führte Hauptmann Neperczeny, welchem der Oberleutnant Bla sek und Leutnant Hasenbeck des 5. Feldartillerieregiments zugeteilt waren. Sämtliche Geschütze standen schon vor Tagesanbruch auf 500 bis 600 Schritte vor der St. Marxer Linie bereit. Nachdem Oberst Heller die Aufstellung derselben besichtigt hatte, verfügte er sich zur Achtzehnpfündigen Batterie, um deren Feuer persönlich zu leiten. (Das Neugebäude, Österreichische militärische Zeitschrift 1849, III. Bd., 32.) Hauptmann Neperczeny und Leutnant Hasenbeck erhielten die Allerhöchste Belobung. (K. A., Belohnungsanträge 1848, 2, 4.)