Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

348 C z e i k den Bahnhöfen gegenüber1). Diese Brigaden hatten, bei der durch das Terrain begünstigten Stellung der Insurgenten und dem Umstand, daß die ganze Kraft ihrer Truppen, wegen einer möglicherweise noch notwendig werdenden Verwendung gegen die Ungarn und dem gänzlichen Mangel an größeren Reserven, nicht in das Liniengefecht entwickelt werden durfte, eine nicht leichte Aufgabe durchzuführen2). Die Brigade Fürst Jablonowski war in zwei Treffen ungefähr 200 Schritte hinter der „Spinnerin am Kreuz” auf­gestellt. Rechts befand sich die Brigade Sanchez ä cheval der Laxenburger Chaussee und unterhielt durch das in der Nähe des "Wirtshauses „Stoß im Himmel” postierte 1. Landwehr­bataillon Khevenhüller die Verbindung mit der Brigade Jablo­nowski. Ungefähr 300 Schritte hinter dem Intervall dieser beiden Infanteriebrigaden stand die Kavalleriebrigade Klehe. Fürst Windisch-Graetz und der Korpskommandant Graf Auersperg standen mit ihren Stäben bei der „Spinnerin am Kreuz”, um von hier aus den Gang des Gefechtes zu beobachten. Gegenüber der Brigade Jablonowski hielten die Insur­genten den hohen Erddamm des Gloggnitzer Bahnviaduktes, der ungefähr 100 Schritte vor dem Matzleinsdorfer Linientor vorüberzieht, mit Plänklern, den rückwärts desselben befind­lichen Linienwall aber mit größeren Abteilungen besetzt. Das Linientor war von innen verbarrikadiert, die Kommunikation ■) Die Division Csorich bestand am 28. aus folgenden Truppen: Brigade Jablonowski: 1. Bataillon Nassau ; 2. „ „ (auf der Türkenscl anze); 1. Landwehrbataillon Nassau; 1. „ „ Bianchi; 1. „ „ Kaiser (2 Kompagnien zur Brigade Sanchez detachiert); 1 sechspfündige Fußbatterie (Oberleutnant Brüda); 1 Kaketenbatterie (Oberleutnant Kaufmann). Brigade Klebe: Wrbna-Chevaulegers, Oberstleutnant-, dann 1. und 2. Majordivision (die Oberstdivision in Laxenburg und Wiener-Neustadt detachiert) ; Kaiser- Kürassiere, Oberstleutnantdivision (am 28. der Brigade zugeteilt); Ka­valleriebatterie Nr. 38. (K. A., F. A. 1848, CernieruDg Wiens, XIII, 33.) 2) K. A., Handschriftliche Elaborate, 51 ; F. A. 1848, Cernierung Wiens, X, 203, 203 a, c—f; XIII, 33.

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