Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

Cernierung und Erstürmung Wiens 18á8. 337 gegen Süden beobachtend. Vorgeschobene Posten gegen Maria-, Ober- und Unter-Lanzendorf. Die Kavalleriebrigade Baltheser bei Ober-Laa. Die Avantgarde unter GM. Ottinger mit der Fühlung am Feinde. Das II. Armeekorps hatte sich am 27. in Bereitschaft zu halten, um im Falle der Notwendigkeit gleichfalls gegen die ungarische Armee verwendet werden zu können. Fürst Windisch-Graetz versammelte noch am selben Tage sämtliche Generale und teilte ihnen für den nun de­finitiv auf den 28. Oktober festgesetzten allgemeinen Angriff auf Wien nachstehende Disposition mit1): Disposition für den Angriff auf Wien. Hetzendorf, am 27. Oktober 1848, früh 5 Uhr. „Der Angriff auf Wien hat morgen, den 28. Oktober, stattzufinden. „Die hiebei zunächst zu lösende Aufgabe ist: „1. Sich in Besitz der Vorstadt Leopoldstadt zu setzen.” ,,2. Durch einen Angriff auf den zwischen der St. Marxer Linie und dem Wiener Donaukanal liegenden Teil der ,Linie' womöglich in den Besitz der Vorstädte Landstraße, Erdberg und Weißgärber zu gelangen.” „Hierdurch wird eine Aufstellung im nächsten Bereich der Inneren Stadt gewonnen, aus der man nach Umständen durch Geschützfeuer auf dieselbe einwirken oder einen anderen Angriff, sei es nun gegen die Stadt selbst oder die nächst gelegenen Vorstädte unternehmen kann.” „Um die Verteidiger der Stadt über den eigentlichen Angriffspunkt möglichst lange in Ungewißheit zu erhalten, somit an der Konzentrierung ihrer Kräfte auf dem bedrohten Punkte zu hindern, haben Scheinangriffe gegen die Nuß- dorfer, Währinger, Hernalser, Lerchenfelder, Mariahilfer, Hundsturmer und Matzleinsdorfer Linie gerichtet zu werden, welche sich jedoch hauptsächlich auf das Unterhalten eines lebhaften Geschützfeuers zu beschränken haben.” *) *) K. A., Handschriftliche Elaborate, 41. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. YI. Bd. 22

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