Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie
Ein Beitrag zur vaterländischen Kartographie. 91 Ferri), Therme, Officina Vitraria, Nomina quae habent triangulum in fine sunt Bohemica. Die 15 Kreise des Landes sind deutsch und böhmisch beschrieben. Der Löwe oben rechts ist nicht doppelt geschwänzt; auch hiedurch unterscheidet sich diese Karte von der Ar et in sehen, ferner fehlen die Dämonen im Kiesengebirge und der Hirt bei Wysoky. An Kommunikationen ist nur der goldene Steig im Böhmerwald gezeichnet. Im Jahre 1665 stach Daniel Wussim (Wussin) aus Prag die Karte Aretins getreulich nach: ,,Prostat apud Daniel Wussim Oivem Neopragensem qui pro honore et Utilitate Patriae opus hoc renovavit et excudit An. MDCLXV.” Die Ortsnamen sind böhmisch, auch ein Ortsregister ist beigegeben.1) Der Prager Bürger Jaroslaus Oztibor von Löw, Schreiber bei dem Archiv der Altstadt Prag, verfertigte 1661 einen Meilenmesser zu der Karte Aretins unter dem Titel: „Tabella Cosmographica principaliorum Civitatum et locorum in Regno Bohemiae”, zur Bestimmung der Entfernung der Orte voneinander.1 2) Den besten Nachstich der Karte Aretins lieferte im Jahre 1666 Jakob Sandrart3) in Nürnberg. „Bohemia in suas partes geograph, distinc. Imp. Caes. D. Leopoldo Pio. Felici Inclito Victori et Triumphatori P. P. Augusto Regnorum Suorum Germaniae Pacifico Conservatori. Hungáriáé Contra Turcas Assertori. Bohemiae inter Austriacos Regi. Undecimo Austriae quod vovemus et speramq Propagatori sunt, quae 1) Eieggers Materialien, 3. H., 616. Vergl. Nagler, Künstler- Lex., 22. Bd. 2) Eieggers Materialien, 3. H., 618. s) Eieggers Materialien, 3. H., 621. Jakob von Sandrart, hervorragender Kupferstecher, geboren 1630 zu Frankfurt a. M., übte sich seit 1640 bei seinem Vetter Joach. v. Sandrart in Amsterdam im Eadieren, lernte bei Corn. Dánokért das Kupferstechen, ging nach Danzig zu dem k. polnischen Hofkupferstecher Hondius, kam wieder nach Eegensburg und 1656 nach Nürnberg zurück. Er war Mitdirektor der seit 1662 errichteten Malerakademie, stach besonders Porträte (gegen 400); er starb 1708. (Doppelmayr, Hist. Nachricht v. d. Nürnberg. Mathemat. n. Künstl.; Vergl. Nagler, Künstler-Lex., 14. Bd.)