Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie

82 Pal d u s. zu Olomuczany (Olomucan), so jenseits der Zwittawa lieget. Fontes medicati zwischen Austerlitz und Gaya, gleich an S. Mariae oder B. Virginis und New Urschitz (Uhrzitz) einer. Rechter Hand von Auschwitz, gleich bey Kobyly ein anderer, so vornehmlich Schweffel führet, und in den darbey gelegenen See fliesset. Und drittens der Voitels-Brunn (Voitelsbrunn). Unter-Irdische Höhlen finden sich zwischen Sloup und Holstein zwey, oben an denen Olomutzischen Gräntzen. Zwischen Sloup und Olomuczan (Olomucan) ein Hiatus Terrae, Prostap genennet, und gleich darbey gegen Süden eine Unter-Irdische Höhle, und zwischen Olmutz und Kyritein (Kiritein), jenseit der Zwittawa noch zwey andere, neben einander. Marmor-Brüche findet man vornehmlich in dem Berg bei Gsebin (Cebin), so nicht weit von Tischnowitz jenseits der Schwartza lieget. Defigleichen V* Stunde oberhalb Ned- wiesditz (Nedweditz) an der Schwartza. Und jenseits derselben nicht weit von Brinn, bey Mokra (Mokrau) au dem Ursprung eines Flüßleins. Zwischen Lyssitz (Lissitz) und Dobrawitz (Doubrawitz) an der Swittawa und denen Olmutzischen Gräntzen grabet und bereitet man Alaun. Der Berg aber bey Tischnowitz an der Schwartza heisset Kwietnitz, und ist voll von falschen Diamanten und Amethysten. Nicht weit von der Stadt Brinn, jenseits der Schwartza, zwischen Lesch (Lösch), Posoritz (Posoritz) und Rausnitz (Neuraußnitz) werden glosso- petrae curiosae argilla gegraben. Der Berg unter Niccolsburg (Nikolsburg) an der Oesterreichischen Gräntze, Mayberg genannt, ist voll von denen herrlichsten und heylsamsten Kräutern. Ferner seynd zu merken die Madonna Miraculosa zu Kyritein. Und der Ort Dubnian, der erst seit wenigen Jahren her durch eine neue Erscheinung der heiligen Jungfrau berühmt wird.” Joh. Bapt. Homann in Nürnberg hat später Müllers Karte von Mähren nachgestochen und dieselbe als General­karte in einem Blatte sowie als Spezialkarten der einzelnen Kreise in acht Blättern herausgegeben.J) Die Generalkarte Auch für kirchliche Zwecke wurde später die ständische Karte von Mähren verwendet. In der bischöflichen Bibliothek zu Leitmeritz befindet sich ein Exemplar der weniger bekannten Diöcesankarte von

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