Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809

Die Mission Steigentesck 1809. 375 ,,soll, noch deutlicher.) Dann rückte der Geheimrat Nagler „mit dem Finger auf der Landkarte weiter. Er behauptete, „daß dem König die Erhaltung seiner alten Stammlande, „Ansbach und Bayreut, zu sehr am Herzen liege, als daß „er nicht selbst durch andere Aufopferungen ihre Bei- ..behaltung wünschen müsse, daß zu diesem Zwecke ein „Strich von Sachsen, das auf einer anderen Seite leicht „entschädigt werden könne, Preußen durchaus nötig sei, „um die freie Verbindung mit diesen Ländern zu erhalten „und daß dann der Main die Grenze der beiden Staaten „abgeben müsse, daß man daher erst vorher bestimmen „müsse, welche von den deutschen Mächten bestehen oder „eingehen würden, wenn man mit vereinten Kräften „Deutschland einen dauernden Frieden und Ruhe geben „wolle. Ich antwortete ihm hierauf, daß alle Unterhandlungen „dieser Art den Baron Wessenberg beträfen, der aber „wahrscheinlich auf diese Punkte auch nichts Bestimmtes „antworten könnte, da das Schicksal von Deutschland erst „durch die Waffen entschieden werden müsse, ehe Unter­handlungen darüber eintreten könnten, und daß man erst „alle Kräfte vereinen müsse, das erste herbeizuführen, da „das andere dann weniger Schwierigkeiten haben würde „und Unterhandlungen dieser Art einer glücklicheren „Zukunft angehörten. Nagler sagte, daß ich diesen Plan „bloß als ein Merkmal des Vertrauens auf unser Waffen- „glück und unsere Einsichten ansehen müsse, die es er­laubten, solche Grundsätze aufzustellen, durch deren Fort­setzung allein man sich die Ruhe Deutschlands sichern „und wahrscheinlich den Willen des Königs gewinnen „könnte. „Euer Exzellenz sehen aus obigem Vorschlag, wie „ungern diese Macht, die der Kleinmut des Königs in „seinen eigenen Augen so tief herab würdigt, seine Ver- „größerungspläne auf fremde Kosten und durch fremde „Kräfte aufgibt und daß der Gang ihrer Politik auch in „ihrem Unglück sich in dieser Hinsicht treu geblieben ist. „Meine Meinung, daß Preußen nie ohne Rußland an diesem „Kampfe teilnehmen wird, befestigt jeder Tag mehr. Der

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