Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809
Die Mission Steigentesch 1809. 373 zeugung, daß vom Königsberger Hofe, auch im glücklichsten Falle, kaum etwas zu hoffen sei und trotzdem die Umgebung des Königs diesen zu drängen versuche, so werde er nie ohne Rußland in die Schranken treten. Vor seiner Abreise sandte Steigentesch noch folgenden Bericht an Stadion, beziehungsweise eine Kopie an den Erzherzog x): „Hochgeborener Reichsgraf! „Am 21. erhielt ich den Bericht über die Ereignisse „in Tirol, und da mich am nämlichen Tage der Baron „Wessenberg von unseren Fortschritten in Sachsen und „unserem Einrücken in Bayreut benachrichtigte, so teilte „ich dem Geheimrat Nagler und dem General Scharn- „horst diese Nachricht in folgendem Schreiben mit: „Ich bin so glücklich E. H. in der Anlage die Fortschritte unserer Truppen vereint mit den braven Bewohnern Tirols, sowie die in Sachsen und Bayreut mitkeilen zu können. Erlauben mir E. H., Sie nur mit ein „paar Worten darauf aufmerksam zu machen, wie bedeutend „diese Unternehmungen ihrer Natur nach sind, da sie „unmittelbar auf die einzige Verbindungslinie der feindlichen Armee wirken, und wie weitumfassend und glücklich der Plan Sr. Kaiserlichen Hoheit ist, der durch das „Umfassen auf allen Punkten den Feind für die Tollkühnheit straft, zwischen Böhmen und Tirol nach Wien „vorgedrungen zu sein. Ein Blick auf die Landkarte wird „E. H. überzeugen, wie vorteilhaft unsere Lage und die „Aufstellung unserer Streitkräfte sind. Die italienische „Armee, an die sich die zahlreiche ungarische Insurrektion ') K. A., Militärfeldakten b 1809, 36 b ; ebenda, a 1809, TV, 23. Dieser Bericht ist Stern entgangen, weil der an Stadion gerichtete wegen des Vorschlages von Gneisenau zur Bildung einer Legion ebenfalls dem Generalissimus übersendet und in die Akten des Hauptquartiers eingereiht wurde, demnach im Haus-, Hof- und Staatsarchiv fehlt. — Nach Gaede, Preußens Stellung 1809, 119, hat Steigentesch bereits am 18. Königsberg unverrichteter Dinge verlassen müssen, obwohl schon Stern zugibt, Steigentesch sei noch einige Tage dort geblieben.