Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809

360 E b e r 1 e. würdigen Jahres 1809 eine hervorragende Rolle zu spielen. Geboren am 12. Jänner 1774 *) zu Hildesheim, wo sein Vater in fürstbischöflichen Diensten stand, trat Steigentesch am 25. März 1789 als ex propriis-Kadett beim 54. Infanterie­regiment in das kaiserliche Heer. Er erreichte 1778, 1793 bezw. 1796 die Fähnrichs-, Unterleutnants-und Oberleutnants­charge. Am 4. April 1797 zum O’Donell-Freikorps transferiert, erhielt er gelegentlich der Aufstellung von 15 leichten In­fanteriebataillonen 1798 seine Einteilung beim 12. Bataillon, in welchem am 15. Dezember desselben Jahres seine Beför­derung zum Hauptmann erfolgte. Bereits nach zwei Jahren als Major' zum Stabsinfanterie­regiment übersetzt, erhielt Steigentesch am 1. Oktober 1800 das Kommando des 12. leichten Infanteriebataillons, nach dessen Auflösung er 1801 zum 36. und 1802 zum 9. Infanterie­regiment transferiert wurde. Das Jahr 1804 führte ihn zum ersten Male in diplomatischer Mission zum Landgrafen von Hessen-Kassel; dies mag die Wahl des Generalissimus bei dem Vorschlag Stadions auf Stei-gentesch gelenkt haben. Im Jahre 1805 trat er als Kommandant an die Spitze des neuerrichteten Freibataillons Steigentesch, welches im Jänner 1807 aufgelöst wurde, wobei Steigentesch unter Beförderung zum Oberstleutnant die Einteilung beim 48. In­fanterieregiment erhielt. Am 31. Oktober quittierte er den Dienst mit Beibehalt des Oberstleutnantscharakters. Gelegentlich der Formierung der Wiener Freiwilligen­bataillone 1809 bewarb sich Steigentesch um die Wiederanstellung und erhielt das Kommando des 2. Batail­lons, mit welchem er sich wiederholt rühmlich hervortat; die Anerkennung seiner Leistungen in der Schlacht bei Aspern findet sich im Armeebefehl, d. d. Markgraf-Neusiedl, 31. Mai 1809, laut dessen der Oberstleutnant S teige n- *) *) Nach Wurzbach, Biogr. Lexikon, 38. Teil, 8. 7. Die An­gaben über das Geburtsjahr weichen voneinander ab. In einer Trans­ferierungsliste des 48. Infanterieregiments vom Jahre 1807 wird das Jahr 1769 angegeben; Kneschke, Deutsches Adelslexikon, führt 1774 und Kegensburg als Geburtsort an. Nach der „Wiener Zeitung” vom 5. Jänner 1827 war er bei seinem Tode (30. Dezember 1826) 54 Jahre alt.

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