Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809

Die Mission Steigentesch 18C9. 857 lassen werde, „deren erste Basis Nationalexistenz, eigene Administration im Innern und Räumung des Landes durch unsere Truppen wäre”. Betreffs der Mitwirkung der preußischen Truppen hielt der Generalissimus an den einmal entwickelten Gesichts­punkten fest. Für eine aussichtsvolle Operation über die Oberpfalz und das Bayreutsche müsse in erster Linie die Hauptarmee an der Donau sicher und im Vorteil stehen. „Hier, wo der Feind von allen Seiten her seine Kräfte konzentriert, wird das Schicksal von Europa entschieden.” Demnach könnten die preußischen Truppen auf keiner Seite schneller und wirksamer zum Erfolg beitragen als durch den Anschluß an die Hauptarmee. Die Diversion aus Böhmen in das Bayreutsche werde ohnehin früher er­folgen, als die preußischen Truppen dahin gelangten; diese Diversion könne am wirksamsten durch eine rasche Operation der niederschlesisch-märkisch-pommerischen Truppen an der Elbe unterstützt werden. Ebenso sei die Kooperation mit dem Erzherzog Ferdinand die natürlichste Verwendung der ost­preußischen Truppen. „Je rascher von allen Seiten gegen das Herzogtum Warschau operiert wird, desto schneller läßt sich ein Arrangement hoffen, wodurch die Räumung des Landes möglich, und Rußland dadurch größtenteils der Vorwand benommen würde, wegen Warschau etwas Feindliches gegen Preußen zu unternehmen.” Die Ansichten über die dem König zu versprechenden Vorteile billigte der Erzherzog vollkommen und legte der Antwort, dem Wunsche Stadions gemäß, folgendes Schreiben an den König von Preußen bei*): „Euer Majestät! „Eine Reihe einzelner Kämpfe gegen den geschworenen „Feind aller alten Dynastien hat die Angelegenheiten „Europas auf einen Punkt gebracht, daß jeder Souverän „das Erbe seiner Väter verlassen zu müssen täglich in „Gefahr ist. „Was Neutrale zu erwarten haben, lehrt Kurhessen; „das Schicksal der Engalliierten bezeichnen die Annalen ') Deutsch-Wagram, 5. Juni. (K. A., Militärfeldakten a 1809, VI, 4/2.)

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