Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Veltzé: Der Grazer Schloßberg 1809
328 Y e 11 sí é. geordnete Raubsystem der französischen Verwaltung bestand die Probe glänzend und preßte Stadt und Land aus wie eine Zitrone. Geld, Pferde, Holz, Wein, sonstige Lebensmittel, selbst niet- und nagelfeste Gegenstände, alles war zu gebrauchen und wurde fruktiiiziert. Daß am flachen Lande auch das Privateigentum keineswegs geschont wurde, ist selbstverständlich. Es genügt zu bemerken, daß Steiermark an den Bettelstab gebracht und Jahrzehnte nötig waren, die Wunden zu schließen, welche der Krieg geschlagen. Inwieweit die Teuerung fortgeschritten war, mag aus der im Anhang wiedergegebenen Tabelle ersehen werden1). Auf dem Schloßberg erinnert heute fast nichts mehr an die Heldenkämpfe vergangener Tage. Einige Ruinen, vom Grün des herrlichen Naturparkes dicht überwuchert, bilden malerisch Staffage und schon fällt der Vergessenheit anheim, was sie einst bedeutet. Weder Tafel noch Inschrift gibt Zeugnis vom Major Hackher und seiner tapferen Schar, welche hier in unentwegter Treue und Standhaftigkeit ausgehalten. Es wäre eine Pflicht der Dankbarkeit und Pietät, dieser Männer zu gedenken. Am Plateau, von welchem aus der brave Hackher so oft heißen Gruß dem Feind entgegensandte, dort, wo noch die letzten Überreste der Kasematten, mit grünem Efeu übersponnen, von ihrer großen Vergangenheit träumen, dort wird sich wohl der Platz finden für ein einfaches Denkmal, das Kunde gibt von den rühmlichen Kämpfen im Jahre 1809 und vom Ende der „Bergfeste Schloßberg zu Gräz”. ') Anhang H. (Krumplitsch, Originaltagebueh.)