Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Peters: Die Anfänge der Militärluftschiffahrt und ihre erste Anwendung im Feldzug 1794

166 Peters. Wäre eine ernstliche Beunruhigung der Truppen durch den Ballon entstanden, oder hätte man ihm öster- reichischerseits irgendwelchen Einfluß auf den Gang der Ereignisse zugesprochen, so fände sich bei der Gewissen­haftigkeit aller Meldungen der österreichischen Generale wohl ein Niederschlag davon in den ausführlichen Berichten über die Schlacht. Doch wird er in diesen nicht einmal erwähnt. Erst viel später, als die Österreicher bereits hinter der Maas standen, sagt EM. Prinz Koburg in einem Bericht an den Präsidenten des Hofkriegsrates FM. Graf Wallis1), datiert von Fouron le Comte (zwischen Lüttich und Maastricht, östlich der Maas), am 24. August 1794 gelegentlich etwas von den französischen Ballons. Die Stelle lautet: „ . . . . Herr Feldmarschall-Lieutenant [gemeint ist EML. Latour] bemerket auch, daß in selber Gegend [bei Pluy an der Maas] ein Luftballon aufgestiegen ist, in welchem auch Leute wahrgenommen wurden.” „Diese Maschine ist schon bei mehreren Begeben­heiten an der Sambre erschienen, nach Aussagen der Deserteurs und Gefangenen solle selbe von einer ansehn­lichen Größe seyn und dem Feind den Vorteil gewähren, sich aus der Höhe von unserer Stellung und Bewegungen zu überzeugen. Koburg FM.” Man erkennt aus der ganzen Sprache dieser wenigen Sätze, daß hier Koburg augenscheinlich überhaupt das erstemal über die neue französische Erfindung nach Wien berichtet und der Gedanke, daß man ihr in der österreichischen Generalität keine große Bedeutung zumaß, ergibt sich von selbst. In dem auf Grund des obzitiertep Berichtes schriftlich erstatteten „Allerunterthänigsten Vortrag” vom 3. September 1794 übernahm Graf Wallis die Stelle wörtlich und ohne eigene Zutat. Mit dem Bemerken „Dient zur Wissenschaft. Franz.” wurde das Stück ad acta gelegt. Anblick des Ballons drohend ausgerufen hätten: „Spione, Spione! Hängen wird man euch, wenn man euch erwischt !” " ') K. A., H. K. E. 1794, IX, 56.

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