Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Peters: Die Anfänge der Militärluftschiffahrt und ihre erste Anwendung im Feldzug 1794

154 P e t e r s. Die rastlose Ausgestaltung des Luftschifferwesens und die Erzeugung immer neuer und verschiedenartiger Ballons bedingte nun eine Vermehrung der Luftschiffertruppe und erforderte eine neue Instruktion für ihren Dienst. Diese Instruktion1) unterschied bereits drei Hauptarten des Ballondienstes: Für die erste, die Aufklärung — ,,pour éclairer les marches, mouvements et projets des ennemis” — und für die zweite, die raschere Befehlsübermittlung und den Melde­dienst durch vorher ausgemachte Signale — ,,pour porter rapidement des signaux convenus d’avance avec les généraux de division et commandants de place” — dienten wie bisher die bemannten großen Fesselballons. Zur zweiten Art konnte man sich aber auch kleinerer unbemannter Ballons bedienen, von denen die Luftschifferkompagnien stets eine Reserve mit­führen und die, mit dem betreffenden Signal versehen, auf eine bestimmte Zeit hochgelassen werden sollten. Als dritte Art der Ballonverwendung endlich war in der Instruktion die vorerwähnte Verbreitung von Flugblättern (Nachrichten, Proklamationen, Avisos etc.) von freigelassenen, viel kleineren Ballons aus vorgesehen; pour répandre, suivant les circonstances, des avis dans le pays occupé par les satellites des despotes”. Die Schaffung einer zweiten Luftschifferkompagnie er­folgte mit Dekret vom 23. Juni 1794, also nur wenige Tage nach der ersten Nachricht von den Aufstiegen in Maubeuge. Der Mangel an geschultem Personal hatte sich schon früher bei der 1. Kompagnie fühlbar gemacht und Guyton war fast zur selben Zeit, am 24. Juni, beim Kommando der an der Sambre vereinigten Armeen um eine Standesaugmentierung von 1 Korporal und 10 Mann eingesehritten, worunter zwei zur Terrainaufnahme (Krokierung und Kartenkopierung) geeignete Zeichner sein sollten. Die zweite Luftschifferkompagnie wurde mit demselben, nun erhöhten Stande wie die erste aufgestellt und bestand somit aus 1 Kapitän (Delaunay), vorerst 1, später 3 Subaltern­') Nach dem „Extráit de l’instruction sur le service d’une Com­pagnie d’aérostiers, formée par ordre du Comité du salut public”, ver­öffentlicht bei Coutanceau.

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