Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie

116 P a 1 d u s. plurimis illustrata, limitibus, viis et post Milleri editionem exaotis publicis emendatis opera Jós. Férd. S. R. J. Equitis a Book et P óla eh, excelsi Regiminis Austriae inf. consi- liarii actualis, regni Bobemiae quondam consiliarii et oommeroii inspectoris Carlo Ludovico Austriae Arciduci Imperiali ao Regio Principi Aurei Velleris, et magnae Crucis Militaris Equiti, Supremo Exercituum Belliduci Invicto, Bobemiae Gubernatori et Capitaneo-Generali dicavere Artaria et Socii1).” 1 : 340.000, 4 gest. Blätter, 1808. Mit einer Ansicht von Prag. Diese an topographischen Details sehr reiche Karte enthält 160 ver­schiedene Zeichen und bildet den Abschluß der Nachstiche und Verbesserungen der Karte Müllers von Böhmen. Zu den bedeutenden kartographischen Leistungen am Beginn des XVIII. Jahrhunderts, welche sich in der Karten­sammlung des k. und k. Kriegsarchivs befinden, zählt unter andern auch eine Serie von Operationskarten aus den Feld­zügen des Prinzen Eugen, ausgeführt vom kaiserlichen Ingenieurobristwachtmeister Cyriacus Blödtner, die Auf­nahme von Sizilien unter der Leitung des kaiserlichen Generalfeldwachtmeisters Samuel v. Schmettau-sowie die Aufnahme von Elsaß vom Ingenieur Br outin. Die meisterhaft auf Pergament ausgeführten Operations­karten für die Feldzüge am Oberrhein von 1702—1713, die Operationskarte zum Feldzug 1716 in Ungarn* 2), der Plan der Insel Sizilien als Operationskarte für den Krieg 1718 bis 1720, der auf der Walstatt entworfene Plan der Schlacht bei Peterwardein am 5. August 1716 und der Plan der Schlacht bei Belgrad, 16. August 1717, zeigen den Fleiß und die technischen Fähigkeiten des Ingenieurs C. Blödtner3) ') K. A., Kartenabt. B IX a 83. Eine frühere Auflage der Karte führt folgenden Titel: „Bohemia sub felici Regimine Franoisci II. Rom. Imper. etc.” (1805 . 2) Vergl. Karte von Ungarn S. 69. 3) Cyriacus Blödtner (Blödner) war kaiserlicher Ingenieur­kondukteur sowie württembergischer Ingenieurleutnant. Er bat im Jahre 1706, gestützt auf seine geleisteten Dienste und die Empfehlung des Prinzen Ludwig Ferdinand v. Baden um die Verleihung einer Generalquaxtiermeisterstelle nebst der Gage. Im Jahre 1711 wurde er als Ingenieurkondukteur in Flandern verwendet und seine Gage von

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