Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Hauptmann Czeike: Aufmarsch der österreichischen Armee gegen die Revolution im Oktober 1848

Aufmarsch der österreichischen Armee gegen die Revolution 1848. 261 Das in die Heugasse führende Tor wurde durch einen Erdaufwurf für Geschützplacierung hergerichtet, die Mauer­einfassung des Hofraumes durch vorgerichtete Bankette, Schießscharten etc. in Verteidigungsstand gesetzt und das den inneren Hofraum beherrschende dreistöckige Gebäude zur Nachtzeit von einem Detachement besetzt. Nachdem so das obere Belvedere gegen jeden Überfall gesichert war, schritt man zum Bau von hölzernen Baracken längs der den botanischen Garten abschneidenden Mauer, um die Pferde und das Material der Infanterie- und Pionier­truppe unterzubringen. Zur Verhütung einer Peuersgefahr durch Brandraketen wurde durch die Herbeischaffung von Feuerspritzen, Feuer­leitern, Wassereimern etc. Vorsorge getroffen und diese im oberen Belvederehof beim Wasserbassin in Bereitschaft ge­halten. Für den Fall einer Vereinigung oder wechselseitigen Unterstützung der Kräfte des Banus Jellacic mit jenen Auerspergs ließ letzterer über den Wr.-Neustädter Kanal zwischen Simmering und dem Laaerberg drei Brücken schlagen, welche in der Entfernung von 300 Schritten nebeneinander am 11. Oktober durch eine Pionierkompagnie fertiggestellt wurden. Das Hauptquartier, sowie die gesamte Generalität, be­fanden sich im Schwarzenbergschen Palais; das Kommando im oberen Belvedere führte Oberst Fürst Jablonowski. Die Aufstellung der Truppen war am 7. Oktober dahin abgeändert worden, daß Wrbna-Chevaulegers außerhalb der Belvederelinie mit der Front gegen den Südbahnhof auf- gestellt und die beiden Feldbataillone von Nassau zur Besetzung dieses Bahnhofes sowie der nächstgelegenen Belvedere- und Favoritenlinie verwendet wurden; das Landwehrbataillon Nassau mit dem Pionierbataillon bildeten die Besatzung des oberen Belvedere und dienten zugleich als Reserve für das Außenfeld. Während so im Lager alle Vorbereitungen getroffen worden waren, einem eventuellen Angriff der Aufständischen entgegenzutreten, hatte man auch auf die Sicherung des Neu­gebäudes und der Artilleriedepositorien auf der Simmeringer

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