Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Hauptmann Jacubenz: Die Besetzung von Krakau 1846

246 Jacubenz­fanterie, 2 Kompagnien Jäger und 4 Eskadronen Kavallerie an die Grenze beordert. Nach dem Rückzug Collins aus Krakau wurden diese Truppen auf 6 Bataillone, 6 Eskadronen und 15 Geschütze verstärkt, dem kommandierenden General des 6. Armeekorps, GL. Graf Brandenburg, aber der Befehl erteilt, sich per­sönlich an die Grenze zu begeben, wie überhaupt auch preußischerseits das größte Entgegenkommen bei der Unter­drückung des Aufstandes herrschte ]). So standen anfangs März an den Grenzen der Republik Krakau zirka 30.000 Mann österreichischer, russischer und preußischer Truppen, bereit, den durch die Gefechte bei Gdów und Podgórze eingeleiteten Pazifikationsakt zu vollenden. Die zweite Besetzung von Krakau. Angesichts solcher Vorkehrungen mußten die einsichts­volleren Elemente in Krakau, darunter auch der Diktator, wohl zur Erkenntnis gelangen, daß jeder fernere Widerstand vergeblich sei. Zur Anknüpfung von Unterhandlungen sandte daher Tyssowski am 2. März mehrere Parlamentäre an GM. Collin ab, die aber von letzerem mit der Weisung zurück- geschickt wurden, daß er mit Rebellen nicht unterhandle, sondern nach Herstellung der Weichselbrücke mit bewaffneter Hand in Krakau einrücken werde, um die völlige Unterwer­fung zu erzwingen. Diese Antwort bestimmte nun den Diktator in der Nacht vom 2. zum 3. März zur Räumung der Stadt Krakau und zum Abzug der Bewaffneten auf preußisches Gebiet, worauf am folgenden Morgen eine aus angesehenen Bürgern von ’) Der preußische Minister Graf Kanitz schrieb diesfalls dem am Wiener Hofe akkreditierten preußischen Gesandten unterm 25. Fe­bruar 1846: sollten die kaiserlichen Truppen Schwierigkeiten Anden, die Weichsel bei Podgórze zu überschreiten, so unterliegt es nicht dem geringsten Bedenken, daß dieselben sowohl bei Berun den Fluß passieren, wie überhaupt durch diesseitiges Gebiet marschieren können, um nach Krakau zu gelangen ............” (Diese Note wurde vom Fü rsten Metternich dem Präsidenten des Hofkriegsrates Grafen Hardegg mitgeteilt.)

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