Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Hauptmann Jacubenz: Die Besetzung von Krakau 1846

Die Besetzung von Krakau 1846. 235 wurde der Abteilung des Leutnants Hoffmann ein ent­sprechender Vorsprung gegeben. Als nun vor Gdów die Chevaulegers der Vorpatrouille die Front räumten, entwickelte sich die 1. Kompagnie zum Gefecht und ging, in Kette formiert, feuernd gegen den Ort vor, aus welchem die Insurgenten das Feuer nur schwach und gänzlich unwirksam erwiderten. Als dann auch die Abteilung des Leutnants Hoffmann dem Orte ziemlich nahe gekommen war, stürmte die 1. Kompagnie den östlichen Ortsrand, der beim ersten Anlauf erreicht und vom Gegner geräumt wurde. Nunmehr ergriffen auch die berittenen Insurgenten die Flucht, wobei sie von der Abteilung des Leutnants Hoffmann beschossen wenden. Die Bauern, dies bemerkend, drängten jetzt „wie Geier vor, stritten sich um die Beutepferde, fielen über die herabgeschossenen Heiter her und umstellten [maskierten] so die in einem Hohlweg gut postierte Infanterie des Leutnants Hoffmann, wodurch die Flucht der sich gegen "Wieliczka wendenden Reiter begünstigt wurde x)”. Beim weiteren Vordringen in den Ort wurde die 1. Kompagnie aus einigen Häusern beschossen. Darum ward die 2. Kompagnie herangezogen, welche während ihres Vor­marsches alle Häuser von Gdów durchsuchte. Die übrigen Truppen folgten auf der Hauptstraße durch den Ort nach. Schließlich drangen auch die Bauern in Gdów ein und „er­schlugen alles, was verwundet oder feig die Waffen streckte; nur mit Mühe, Geld und guten Worten, konnte ich einigen jungen Burschen das Leben retten, aber es war keine Zeit, sich viel damit zu befassen”. Während des Kampfes im Orte, „der eigentlich ein Gemetzel war”, hatte Leutnant Hoffmann die Straße nach Wieliczka gewonnen und gegen 50 flüchtende Insurgenten gefangengenommen. Die Truppen hatten keinerlei Verluste erlitten, nur zwei Mann wurden anfangs vermißt, die sich aber später wieder einfanden. Ein schon des Morgens verwundeter und von den Insurgenten gefangengenommener Chevauleger wurde bei der Einnahme des Ortes befreit. Von den Bauern sind mehrere’im Handgemenge verwundet worden ; sie hatten über 150 Insurgenten erschlagen, die Toten sodann aus­’) Bericht des Oberstleutnants Benedek.

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