Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Major Semek: Repressaliengefechte gegen die Montenegriner im Jahre 1838

184 Sernek. zu übergeben. Umsonst rollten die Montenegriner ganze Steinlawinen herab, umsonst erschöpften Hunderte der wilden Bergsöhne List und Gewalt. Nichts vermochte die ent­schlossene Tapferkeit der Jäger zu brechen. Mehr als zwei Stunden hielten diese unentwegt den wütenden Anfällen stand, bis endlich die flatternden Federbüsche der Kameraden von Novoselo aus dem Dickicht tauchten — Hilfe in höchster Not. Oberleutnant Landtmann führte sie (zirka 30 Mann) in eiligem Marsche heran. Eine geringe Kraft gegen den über­mächtigen Feind. Schritt für Schritt erkämpfte sich die Abteilung den Weg gegen die Hütte, aber für einen kräftigen Ansturm war sie zu schwach. — Da riß in richtiger Erkenntnis der Lage der kühne Maukner das Tor auf, stürzte an der Spitze seiner Schar gegen die Montenegriner und schuf so der Unterstützung Luft. Mit schallendem Hurra warf sich diese nun auf den verwirrten Feind. Überwältigt flohen die Czernagoren in den Schutz der Berge. Vidrák war erhalten und damit der Durchbruch des Zentrums der Postenkette ver­eitelt und mehr noch, der Weg, welchen die Verstärkungen aus Budua gegen Novoselo und den Kopacz einschlagen mußten, gesichert. Ein Ergebnis von entscheidender Bedeutung für die Folge. Oberleutnant Landtmann drängte den Gegner bis über die Höhe und ließ dann den Oberjäger J öchlinger mit 27 Mann zur Besetzung derselben sowie des Postens zurück. Ein rasch improvisierter Steinwall schützte erstere vor plötzlichem Überfall. Er selbst eilte nach Novoselo, um das wichtige Defile zwischen den Bergen Spass und Kopacz zu besetzen. Unterdessen wogte auch um Gomila ein heißer Kampf, dem dann gleichfalls die Unterstützung der 1. Kompagnie aus Lastua ein vorläufiges Ende machte, indem sie die Monte­negriner zurücktrieb und sich des vorliegenden Berggipfels bemächtigte. Später erschien, durch den Hauptmann Spanner geführt, Hilfe aus S. Stefano und Budua, welche die Abteilung der 1. Kompagnie ablöste und den Besitz Gomilas sicherte, doch währte das Geplänkel bis gegen 9 Uhr abends. Die Verluste in beiden Gefechten waren österreichisch er - seits unbedeutend. Leutnant Stravolino und zwei Jäger der 1. Kompagnie wurden verwundet, ein Jäger blieb tot.

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