Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - II. Die Feld-Artillerie-Regimenter 1772-1903 - A. Organisation

88 Armee-Munitions-Hanpt-Reserve, welch letztere von dem in der Regiments- Stabs-Station befindlichen (zurückgelassenen) Detachement ergänzt wurde. Die eventuell aufzustellenden achtzehnpfündigen Positions- und Feld- Mörser-Batterien wurden durch die Compagnien der Feld-Regimenter bemannt. Bald nach Herausgabe dieses Organisationsstatutes wurde mit Circ. Verordn, vom 5. August 1859 die letzte Verbindung der Feld-Artillerie mit der Zeugs-Artillerie, insoferne sie sich auf die Gebarung mit dem Geschütz- Material bezog, gelöst. Es wurde dieses, soweit es den bespannten Batterien und Ergänzungs-Abtheilungen angehörte, den Artillerie-Regimentern, respective den damit unmittelbar gebärenden Batterie- und Abtheilungs-Commanden in eigene Verrechnung übertragen und damit von der Verrechnung bei den Zeugs-Artillerie-Posten getrennt *). I860. Der Feldzug 1859 durchbrach die obige Organisation insoferne, als neben den systemmässig für den Krieg aufzustellenden Batterien Nr. 13 und 14 noch weitere 2 Batterien mit den Nummern 15 und 16 formiert wurden. Letztere wurden mit Befehl vom 31. Juli 1859 bei allen Regimentern, die Batterien 13 und 14 aber vorerst nur bei den Regimentern 2, 4, 10, 11, 12 aufgelöst, desgleichen die aufgestellten 5. Compagnien und die Ergänzungs- Abtheiiungen* 2); die 4 stehen bleibenden Compagnien aber vom Kriegs- auf den Friedens-Stand reduciert. Nachdem weiters mit 1. October (Praes. 3540) auch bei den anderen Regimentern die Batterien 13 und 14 dissolviert worden waren, wobei die Regimenter 3, 5, 7, 8, die bei der Armee in Italien 3) blieben, ihre zwölfpfündige Batterie Nr. 6 in eine Haubitz-Batterie um wandelten4 *), kam mit Ende 1859 jedes Regiment wieder auf den Friedens-Stand, nur die Regimenter 3, 5, 7, 8 blieben auf höherem Stand. Unter diesen Verhältnissen erfolgte nun im Jahre 1860 die Neuorganisation der Artillerie. Die Ursache hiezu war die Aenderung der Formierung und Stärke der Armee nach dem Friedensschlüsse. Die Reduction derselben behielt6) eine Streitmacht von 382.000 Mann Infanterie und 42.000 Mann Cavallerie bei. Für diese Gesammtsumme standen 12 Artillerie-Regimenter zur Verfügung. Die Eintheilung des Heeres erfolgte in 2 Armeen mit 9 Infanterie-Corps zu 5 Brigaden und 1 Cavallerie-Corps. Es wurde demnach für jedes dieser Corps 1 Regiment bestimmt und zwar für die Infanterie-Corps die Regimenter 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10, für das Cavallerie-Corps jenes Nr. 12. Die Regi­menter Nr. 6 und 11 sollten im allgemeinen für die Armee-Geschütz-Reserve entfallen 6). Weiters7) hielt man dafür, dass bei dieser Eintheilung die Zahl der Batterien eines Regiments mit 10, beim Raketen-Regimente mir 16 genügend bemessen sei, da ja durch die Compagnien, welche jedes Regiment weiterhin behielt, hinreichend Mittel blieben, im Kriegsfälle weitere Batterien zu formieren. Der Calcül über das nöthige Ausmass an Artillerie war folgender: Für 9 Infanterie-Armee-Corps k 5 Brigaden benöthigte man 45 Brigade-Batterien, ferner als Geschütz-Reserve 36 Rohr- und 9 Raketen-Batterien. Man behielt also das System der Brigade-Batterien weiter bei und gab je eine Raketen-Batterie zur Corps-Geschütz-Reserve. Für die selbständigen Cavalleriekörper wurden 10 Batterien nöthig erachtet. Für zwei Armeen hielt man zur Armee-Geschütz-Reserve 16 Rohr­und 4 Raketen-Batterien als genügend. ') N. V. Bl. 1859, Circ. Verordn, vom 5. August 1859. 2) K. M.. Praes. Nr. 3005 vom 31. Juli 1859 und 7. Abtheilung Nr. 5197 vom 27. Juli 1859. 3) Vorerst bei den Regimentern 2, 4, 10, 11, 12. !) R. K. M.. Registratur 1859, Praes. Nr. 3540. ä) K. M., Praes. 1860, C. K. Nr. 425. «) N. V. Bl. 1860, vom 23. Februar 1860. 7) K. M,, Praes. 1860, C. K. Nr. 425 vom 1. Februar 1860,

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