Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)
Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - A. Organisation und Entwicklung
59 Im Jahre 1756 bestand das Feld-Zeugamt aus 1 Ober-Stückhauptmann (Feldeck}, 5 Zeugwarten, 6 Zeugschreibern, 10 Zeugdienern, 2 Pulver- hütorn, 87 Professionisten, 6 Handlanger-Corporalen, 23 Handlangern, 7 Wagenbauern, in Summa 147 Mann. 1758 war dasselbe aus 2 Stückhauptleuten mit Zeugwarts-Function, 2 Zeugwarten. 11 Zeugschreibern, 12 Zeugdienern, 1 Pulverhüter, 115 Professionisten, 7 Handlanger-Corporalen, 64 Handlangern, 31 Wagenbauern gebildet. 1759 werden 366 Mann, 1762 2 Stückhauptleute (Matthias Josef Anthony und Franz Anton Maurer), 3 Zeugwarte, 16 Zeugschreiber, 13 Zeugdiener, 278 Professionisten, 5 Handlanger-Corporale, 73 Handlanger, 34 Wagenbauer, in Summa 424 Mann bei demselben angeführt. 1764 hatte es wieder 2 Stückhauptleute mit Zeugwarts-Function, 4 Zeugwarte etc., in Summa 192 Mann im Stande. In ähnlicher Stärke blieb es bis zur Auflösung 1772, wo es aus 1 Ober- Stückhauptmann, 1 Stückhauptmann mit Zeugwart-Function, in Summa aus 171 Mann bestand. Als Werkleute -waren beim Feld-Zeugamte Schlosser, Schmiede, Wagner, Zimmerleute, Sattler, Binder, die daun wieder in Ober- und Untermeister und Gesellen gegliedert waren. Im Kriegsfälle marschierte das Feld-Zeugamt nicht völlig mit der Armee, sondern es blieb ein grosser Theil desselben in speciell bestimmten Garnisonen und in den Depositorien zurück. Das Feld - Zeugamt hatte im Frieden seinen stabilen Standort in Budweis. Als Commandanten erscheinen in dieser Periode: Bis 1756 Fellner von Feldeck, Franz, Ober-Stückhauptmann. 1757 Linseweiler, Carl. 1758 Anthony, Matthias Josef, Stückhauptmann. 1765 Maurer, Franz Anton, Stückhauptmann—Ober-Stückhauptmann. Gelegentlich der Dissolvierung 1772, wurde das bisherige Feld-ZeugamtsPersonal grösstentheils zum neuen Feld-Zeugamt eingetheilt. D. Die Hoss-Partei: Diese wurde von jeher als selbständiger Bestand- theil der Artillerie aufgefasst und erhielt durch Liechtenstein nur eine neue Gliederung. Mit dem .Reglement um 1757 wurde dieselbe in Trupps von je 100 Pferden mit 50 Stückknechten eingetheilt. Zu jedem Trupp gehörten 2 Schmiede, 2 Geschirrknechte und 1 Unter- Wagenmeister. Letzterer führte das Commando. Mehreren Trupps (5 bis 10), war zur Führung der Rechnungen ein Geschirrschreiber beigegeben. Die Geschirrschreiber standen unter einem Ober-Geschirrmeister. Der Commandant der ganzen Ross-Partei war anfangs dieser Periode ein Stückjunker als Qua-Ober-Wagenmeister, dann von 1758 ein Obristlieutenant, welcher den Titel Ober-Wagenmeister führte. Alle Chargen der Ross-Partei waren beritten. Rüstung, Geschirr und Pferde-Requisiten besorgte das Zeugamt. Die Stärke der Ross-Partei an Mannschaft war keine permanente, sondern richtete sich ebenfalls nach der Anzahl der ins Feld gestellten Geschütze und Wagen. Den jeweiligen Stand und die Eintheilung mögen die folgenden Angaben veranschaulichen. Im Jahre 1756 benöthigte die Artillerie 1868 Zugpferde, somit 934 Stückknechte, nebst einer Anzahl gemieteter Wagen sammt deren Bespannung. 1757 waren 3664 Pferde erforderlich. Die Ross-Partei bestand aus 37 Wagenmeistern als Trupps-Commandanten, dann 74 Geschirr- und 1944 Stückknechten. 1758 war sie aus 1 Ober-Wagenmeister, 4 Ober-Geschirrmeistern, 6 Geschirrschreibern, 2 Rossärzten, 35 Wagenmeistern, 74 Geschirrknechten, 2214 Stückknechten gebildet. 1759 wurden die Trupps auf einen Stand von 80 Pferden verringert. In den letzten Jahren des siebenjährigen Krieges zählte die RossPartei mehr als 60 Trupps ; 1762 betrug ihr Stand 1 Obristlieutenant, 1 Unterlieutenant, 1 Ober-Wagenmeister, 1 Ober-Geschirrmeister, 11 Geschirrschreiber, 2 Rossärzte, 54 Wagenmeister, 159 Geschirrknechte, 3070 Stückknechte.