Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - I. Das Feld-Artillerie-Corps (Haupt-Corps) 1618-1772 - A. Organisation und Entwicklung

36 Zur Zeit der Reduction bestand die Artillerie aus folgenden Personen'): I Stück-Obrist, 2 Obristlieutenants, 1 Ober-Commissar, 1 Ober-Hauptmann, II Stückhauptleute (davon werden 3 reduciert), 1 Minier-Hauptmann, 1 Schul- theiss (wird reduciert), 1 Secretär, 2 Adjutanten (werden reduciert), 1 Caplan (wird reduciert), 3 Zeugwarte (werden reduciert), 2 Ober-Feuerwerkmeister, 1 Feuerwerkmeister, 2 Ober-Wagenmeister (1 wird reduciert), 3 Quartiermeister (2 werden reduciert), 1 Minier-Lieutenant (wird reduciert), 2 Proviantmeister (werden reduciert), 3 Ober-Geschirrmeister (2 werden reduciert), 2 Feldscherer (werden reduciert), 1 Gerichtsschreiber (wird reduciert), 14 Zeugdiener zu Ross (werden reduciert), 2 alte, 3 junge Petardierer, 4 Bruckmeister (3 werden reduciert), 3 Wegbereiter (werden reduciert), 15 Feuerwerker (2 werden reduciert), 8Fouriere (werden reduciert), 1 Feldscherer-Geselle (wird reduciert), 4 Zeugschreiber (werden reduciert), 1 Proviantschreiber (wird redu­ciert), 8 Fourierschützen (werden reduciert), 3 Minier-Feldwebel (1 wird redu­ciert), 2 Minier-Corporale, 19 Minier-Gesellen (9 werden reduciert), 3 Ober- Schmiedmeister (werden reduciert), 1 Unter-Schmiedmeister (wird reduciert), 19 Schmiedgesellen (werden reduciert), 1 Ober-Wagenmeister, 2 Unter-Wagen­meister (werden reduciert), 2 Sattlermeister (-werden reduciert), 2 Riemermeister (werden reduciert), 2 Sattiergesellen (werden reduciert), 1 Wagnergeselle (wird reduciert), 2 Schlossermeister (werden reduciert), 1 Schlossergeselle (wird reduciert), 2 Zimmermeister (werden reduciert), 10 Zimmergesellen (werden reduciert), 1 Bindermeister (wird reduciert), 13 Büchsenmeister-Corporale (3 werden reduciert), 195 Büchsenmeister, 8 Zeugdiener zu Fuss (werden reduciert), 1 Unter-Geschirrmeister (wird reduciert), 1 Handlanger-Corporal (wird reduciert), 26 Handlanger (werden reduciert), 1 Commissbäck (wird reduciert), 2 Commissmetzger (werden reduciert), 3 Pulverhüter (werden redu­ciert), 8 Wagenbauer (werden reduciert), 1 Trommelschläger (wird reduciert), 1 Profoss cum suis (wird reduciert), 2 Rossärzte (1 wird reduciert), 2 Geschirr­schreiber (werden reduciert), 15 Wagenmeister (werden reduciert), 18 Geschirr­knechte (werden reduciert), 549 Fuhrknechte (werden reduciert). Summe der bleibenden 2611, der reducierten Personen 765. Bei dieser Reduction zeigt es sich, dass nur jene Personen zurück­behalten wurden, welche schwer zu ersetzen waren und dass die am Russe bleibende Artillerie mehr oder weniger nur die Stabspersonen umfasste* 2). 2. Entwicklung der Artillerie. Mit der Reduction 1665 ist die zweite, dem dreissigjährigen Kriege folgende Periode der Entwicklungsgeschichte der Artillerie abgeschlossen. Die Commandanten, welche in diesem Zeiträume erscheinen und jene Ver­änderungen, welche sich der ersten Periode gegenüber ergeben, sind folgende : Als Feldzeugmeister fungierten de Souches und der Markgraf Wil­helm von Baden. Ersterer war bei seinem Corps, letzterer bei der Haupt- Armee eingetheilt. 1664 wurde für die Belagerung von Kanizsa FML. Spaar in Ermanglung eines Feldzeugmeisters mit den Verrichtungen eines solchen betraut. Als Artillerie-Commandanten sind zu nennen: 1657 Obrist Pauer, nach ihm 1658 Obrist Weidling, nach dessen Tode der aus italienisch-spanischen Diensten übernommene Ingenieur Obrist Tensini. Letzterer wurde jedoch 1664 zur Fortification nach Wien berufen und sein Amt dem Obristlieutenant Gigler übertragen, der es bis zur Reduction bekleidete. Als Commandanten der Artillerien der einzelnen Armeen werden angeführt: 1660 Obrist Pauer bei der Armee Montecuccolis, nach dessen Tode, 1661, Obristlieutenant ’) K. A., F. A. 1665, III, 3. 2) Diese Reductionsliste erfuhr durch den Commandanten der Artillerie, Obrist­lieutenant Gigler, eine Abänderung. Er verlangte die Beibehaltung eines Zeugwartes und des Minier-Lieutenants, denn es sei schwer, derlei tüchtige Personen zu finden, dann die zweier Ober-Schmiedmeister. Dieselben seien im Bedarfsfälle kaum zu ersetzen. Sie verstünden die Arbeit bei den Geschützen, was ein Civilschmied nicht verstehe. Endlich wollte er auch zwei Zimmermeister erhalten wissen. Als Entgelt dafür verpflichtete er sich, ohne Sold zu bleiben, im Nothfalle aber wieder Dienste zu leisten. Dieses Anerbieten wurde genehmigt.

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