Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Feld-Zeugamtes 1772-1850

Artillerie-Direction vom 16. Juni verlautbarte neue Standes-Regulierung trat erst mit Juli in Kraft. Dieselbe stellte den schon 1802 normierten Friedens- Stand (165 Mann) wieder her. An Posten wurden hiebei reactiviert: Im Januar der Brünner durch Rückkehr des in Olmütz befindlich gewesenen Personals; der Budweiser durch Mannschaft des Prager Postens und des Feld-Zeugamts-Detachements der 8. Armee-Abtheilung in Deutschland; im Februar der Ofner Posten aus dem Feld-Zeugamts-Detachement bei der ungarischen Insurrection; im April der Carlsburger aus der 2. Abtheilung der italienischen Feld-Reserve; der Carlstädter aus dem Detachement der italienischen Haupt-Reserve (respective italienische Feld-Reserve 2. Abtheilung); der Krakauer aus dem Detachement der 5. Abtheilung der Armee in Deutschland: im Juli der Lemberger aus dem Carlstädter und Ofner Detachement. Der Posten Palmanuova wurde nicht mehr aufgestellt, dafür aber mit Sep­tember ein solcher in Leopoldstadt aus Mannschaft des Brünner Postens etabliert. Der Grazer Posten kam in diesem Jahre vorübergehend nach Esseg. Olmütz fungierte nun wieder als Dependenz von Brünn; Temesvár und Esseg bildeten seit August Filialen von Peterwardein l). Die Standes-Regulierung von 1806 bestimmte einen Ober-Zeugwart und 2 Munitionäre zur Disposition des General-Artillerie-Directors. In den folgenden Friedens-Jahren ergaben sich bezüglich Zahl und Eintheilung, sowie Stärke der einzelnen Posten und des Amtes selbst, nur kleine Aenderungen. So wurde beispielsweise dem Feld-Zeugamts-Commandanten ein Major als Adlatus beigegeben; derselbe zählte aber nicht auf den Stand des 2. Ar­tillerie-Regiments, sondern auf jenen des Feld-Zeugamtes2). 1808 erhielt der Posten Lemberg die Bestimmung als Detachement der ostgalizischen Aus­rüstung ; für die ungarische Ausrüstung wurde ein eigenes Detachement zu­sammengestellt. Weitgehender waren die Veränderungen im Jahre 1809. Vorerst wurde im März d. J. der Posten Krakau aufgehoben und als Feld-Zeugamts-Detachement dem 7. Corps beigegeben; weiters der Posten Peterwardein, im März dem Wiener Posten einverleibt; der Carlstädter und Carlsburger Posten im April aufgelöst, der Leopoldstädter im Mai ebenfalls zum Wiener Posten eingezogen. Der Grazer Posten kam infolge der kriegerischen Ereignisse im Mai nach Esseg, der Budweiser erst nach Olmütz, dann nach Párkány; der Brünner im August nach Olmütz. Ausserdem gab, mit Rücksicht auf die theil- weise Abtransportierung des von Wien nach Ofen geretteten Materials, der Ofner ein grösseres Detachement nach Baja. Die Aufhebung einzelner Posten zu Beginn der verschiedenen Feldzüge hatte ihre Ursache darin, dass deren Mannschaft entweder bei der Armee als Abtheilung eingetheilt oder zur Ergänzung der dort befindlichen Detache­ments aufgebraucht wurde oder endlich darin, dass dieselben nach Abgabe des verwalteten Artillerie-Gutes entbehrlich erschienen. Die Transferierung von Posten in die Dislocation anderer erfolgte meist nur dann, wenn ihr Material-Vorrath durch den Verlauf des Feldzuges ge­fährdet erschien. So 1809 die Transferierung des Grazer Postens nach Esseg, jene des Budweiser und Brünner Postens nach Olmütz, während die weitere Ab­sendung des Budweiser Postens von Olmütz nach Párkány und jene eines Theiles des Ofner Postens nach Baja die Errichtung neuer für den Feldzug nöthiger Armee-Haupt-Depots bezweckte. Der Friedens-Stand des Feld-Zeugamtes wurde im März auf 880, im April auf 126, im Mai auf 1013 Mann erhöht, doch betrug der effective Stand nie über 961 Mann. Mit Eintritt stabiler Verhältnisse kam November 1809 auch der Posten Lemberg, aus Mannschaft der Detachements vom 1., 2., 3., 6., 7., 10. Armee- Corps, wieder zur Aufstellung. 9 Auch in Salzburg war eine kleine Filiale, jedoch nur vorübergehend. 2) Allerdings als überzählig.

Next

/
Thumbnails
Contents