Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Landwehr-Bataillons 1848-1850

Landwehr-Artillerie-Bataillon 1848—1850 Die bevorstehenden kriegerischen Verhältnisse zwangen Anfangs 1848. auf eine bedeutende Vermehrung der in Bezug auf die Zahl ungenügenden Artillerie hinzuwirken. Vor allem war man darauf bedacht, die vorhandenen Feld-Artillerie- Körper zu vermehren, was durch Neu-Aufstellung von Compagnien bei dem Bombardier-Corps und dem Feuerwerks-Corps, ferner durch Verstärkung der Regimenter mit Landwehr-Compagnien versucht wurde. Da aber diese Ver­mehrungen nicht genügten, schritt man zur Errichtung eines eigenen selb­ständigen Lamlwehr-Artillerie-Bataillons, dem speciell der Dienst im ver­schanzten Lager der Stadt Linz übertragen .wurde. Ein Umstand, welcher dazu führte, dieses Bataillon auch als Landwehr-Artillerie-Batuillon Linz zu bezeichnen *). Bezüglich der Aufstellung dieses Bataillons wurde bestimmt, dass die Officiere vorzüglich den minder kriegsdiensttauglichen der Feld-Artillerie- Regimenter, die Unter-Officiere ebenfalls diesen Regimentern und der Land­wehr-Artillerie zu entnehmen seien. Die Mannschaft war durch Einberufung der seit 1844 entlassenen landwehrpflichtigen Mannschaft des Bombardier- Corps, Feuerwerks-Corps und der Artillerie-Regimenter aufzubringen. Was sodann noch an Mannschaft fehlte war aus dem Stande der Infanterie-Land­wehr zu nehmen ; in letzter Linie sollten zur Ergänzung die Recruten des Jahres 1818 herangezogen werden. Zum Commandanten des Bataillons wurde mit 7. Juni 1848 der Hauptmann Josef J_iukseh ernannt2). Die Organisation und Eintheilung des Bataillons war folgende : Der Stab: 1 Major als Commandant, 1 Bataillons-Adjutant, 1 Rech­nungsführer, 1 Oberarzt, 1 Unter-Chirurg, 2 Fouriere, 1 Fourierschütz, 2 Privatdiener. Ferner 6 Compagnien jede zu: 1 Hauptmann oder Capitän-Lieutenant, 1 Oberlieutenant, 1 Unterlieutenant, 1 Feldwebel, 12 Corporalen, 1 Tambour, 75 Ober-, 75 Unter-Kanonieren, 1 Fourierschütz und 2 Privatdienern 3). Der Commandant des Bataillons wurde an die Befehle des Lager-Mann- schafts-Commandanten in Linz gewiesen. Mit Anfang Juli 1848 war bereits ein Theil der Compagnien in Linz, der andere im Anmarsche und im August das Bataillon in Linz versammelt; auch der Gesammt-Stand von 1062 Mann annähernd erreicht, indem nur ca. 300 Mann fehlten. Als nach beendetem Feldzuge im Jahre 1850 die Neuorganisation der Artillerie erfolgte, wurde das Bataillon, dessen Zweck und Bestimmung er­füllt war, nicht aufgelöst, sondern gieng in derselben Formation in das neue Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 2 über. Hiebei wurde nur die bisherige 3. Compagnie, welche an das 8. Festungs-Artillerie-Bataillon abgegeben worden war, durch die zutransferierte 9. Compagnie des 1. Feld-Artillerie- Regiments ersetzt. D R. K. H.. Registratur 1848, Praes. Nr. 1359/M. K. vom 24. Mai 1848. a) R. K. M.. Registratur 1848, Praes. Nr. 2119/M. K. 3) Dieser Stand wurde Januar 1849 um 1 Oberlieutenant und 1 Unterlieutenant sammt deren Privatdienern erhöht. (R. K.M.. Registratur 1848, Nr. 324,M. K.)

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